Blütentour in Meckenheim

Nach dem Hagel geht's auf Blütentour

MECKENHEIM. Vor der Eröffnung des Blütenfestes haben Bürgermeister Bert Spilles und Blütenkönigin Sarah Wiegershaus am Sonntag am Meckenheimer Bahnhof erstmal ein Sonnentänzchen gewagt.

In der Hoffnung, das Aprilwetter, das am Morgen bereits Hagel und Regen beschert hatte, damit zum Positiven zu beeinflussen, haben Bürgermeister Bert Spilles und Blütenkönigin Sarah Wiegershaus vor der Eröffnung des Blütenfestes am Sonntag am Meckenheimer Bahnhof erstmal ein Sonnentänzchen gewagt. Gemeinsam mit den Entertainern Gerhard Donie und Ulla Dordel im Zwergenkostüm drehten sie sich im Takt des Jazzklassikers „Sweet Georgia Brown“, dargebracht von Swing on Tuesday.

Spilles dankte allen Sponsoren für die Unterstützung und den Landwirten dafür, dass sie ihre Höfe „Blütenfest-sauber“ präsentieren. Er begrüßte insbesondere den Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen, Vizelandrätin Notburga Kunert und Ehrenbürgerin Erika Meyer zu Drewer. „Lassen Sie sich vom Wetter die gute Laune nicht verderben“, forderte die Blütenkönigin die Gäste auf und schickte sie mit den Worten „Los geht’s!“ auf die etwa 15 Kilometer lange, gut ausgeschilderte Blütentour durch die Plantagen.

Sie selbst zog sich eine warme Jacke über, bevor sie sich mit der Rikscha von Station zu Station kutschieren ließ. Erster Halt war am Campus Klein-Altendorf der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, wo die Wissenschaftler in ihren mollig warmen Gewächshäusern Einblicke in ihre zukunftsgerichteten Forschungen boten.

Bei seiner Versuchsreihe gehe es darum, den Torfabbau zu stoppen, erläuterte Doktorand David Hehmann. Er mische unter das Kultursubstrat, auf dem Fleißige Lieschen gedeihen sollen, unterschiedlich große Anteile von nachwachsenden Rohstoffen, zum Beispiel China-Schilf, und untersuche den Stickstoffgehalt. Ziel seiner Doktorarbeit sei es, später Torf durch Substrat auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu ersetzen.

Eine wohlverdiente Pause bei Kaffee, Kuchen und Würstchen der Landfrauen legten die meisten Blütentourer in der Mehrzweckhalle Altendorf-Ersdorf ein. Die Imker des Bienenzuchtvereins Rheinbach informierten hier über ihre Arbeit und präsentierten Honig, Kerzen und auch Honiglikör, das „Gold der Rheinbacher Höhen“.

Beim Apfelquiz der Obstbauern galt es, Apfelsorten am Geschmack zu erkennen. Auch über den Schutz der Obstbaum-Blüten vor Frost durch Windmaschinen informierten die Landwirte, die sich durch mehr Aufklärung eine höhere Akzeptanz der wirkungsvollen, aber lauten Methode erhoffen. Pflanzendoktor Adrian Engel beantwortete geduldig die Fragen der Hobbygärtner, ob zur Kräuselkrankheit bei Pfirsichen oder zu Problemen mit dem Buchsbaum.

Die letzte Station der Blütentour war der Obsthof Plettenberg in Meckenheim, wo ab dem Nachmittag Live-Musik geboten wurde. Hier präsentierten auch die Falkner Franz-Josef Becker und Rosemarie Neyen ihre Greifvögel, darunter Publikumsliebling Schleiereule Krümel und Mäusebussard Boris, der vor etwa zwei Jahren von der Feuerwehr in ihre Greifvogel-Auffangstation in Beuel gebracht worden war, orientierungslos sei und in der freien Natur nicht überleben könne.

Die Greifvögel, aber auch die Hüpfburg waren hier das erste Ziel einer Meckenheim-Bonner Drei-Generationen-Familie, die sich von der „frischen“ Witterung nicht hatte abhalten lassen und vor allem der ein- und dreijährigen Jungs zuliebe zum ersten Mal an der Blütentour teilgenommen hat.