Verein droht das Aus

Merler Dorfgemeinschaft sucht Verstärkung

Auch wenn die Arbeit Spaß macht, wird es langsam zu viel für Helga Quantius. Sie sucht einen Nachfolger im Amt.

Auch wenn die Arbeit Spaß macht, wird es langsam zu viel für Helga Quantius. Sie sucht einen Nachfolger im Amt.

Meckenheim. Die Ur-Merler laden ihre Nachbarn ein. MMitglieder werden gesucht, die bereit sind sich für den Ort zu engagieren. Neue Engagierte für den Vorstand sind gefragt, ansonsten droht dem Verein das Aus.

Ein Ort ohne Engagement ist trostlos und leer. Ein Ort, in dem viele Menschen dazukommen, braucht Engagement, um Alt und Neu zu verbinden. So hatte es die Dorfgemeinschaft Merl vor dreißig Jahren angesichts des Nebeneinanders mit den vielen Neubürgern gesehen und einfach losgelegt. „Die Ur-Merler haben die neuen Nachbarn immer wieder eingeladen“, berichtet die Vorsitzende des Vereins,Helga Quantius. So füllte man das Dorffest, den Flohmarkt und den Weihnachtsmarkt mit Leben. Endlich kam man in Kontakt mit den „Neuen“ rund um den historischen Ortskern. Quantius‘ Sorge ist, dass nun kein Nachwuchs gefunden wird und viele verbindende Veranstaltungen bald nicht mehr stattfinden können.

Zur Mitgliederversammlung waren im März gerade mal 24 Leute gekommen, die alle über 70 Jahre alt seien, erfährt man von der Vorsitzenden. Aus Altersgründen wäre der gesamte Vorstand neu zu besetzen. Für diese Aufgaben hat sich an diesem Tag jedoch niemand gemeldet. Damit müsste der Verein aufgelöst werden, wenn keine Lösung gefunden wird.

„Die Veranstaltungen werden gut angenommen. Wir haben keine Geldprobleme und keine Besucherprobleme“, skizziert die Vorsitzende die Situation. Nur mit der Verstärkung habe man arge Probleme. Die Engagierten im Verein seien mittlerweile alle über siebzig Jahre alt, fielen teilweise krankheitsbedingt aus oder seien nicht mehr so belastbar. Die neu zugezogenen Familien hätten vielfach mit Kindern und Beruf so viel zu tun, dass sie damit bereits am Leistungslimit seien. „Es fehlt die Altersriege ab fünfzig aufwärts“, so Quantius. Frührentner, Berufstätige mit Freizeitkapazitäten oder Paare, deren Kinder bereits groß seien, könnten sich engagieren. Alle Versuche, mehr Menschen zu bewegen, seien in den letzten Jahren ins Leere gelaufen, berichtet Quantius. Flyer in Briefkästen, Teilnahme am Heroldpassagenfest und Einladungen zum Chor „Die Brücke“ sollten buchstäblich Brücken bauen. Im direkten Umkreis sei das gut gelungen, über die trennende Straße bis zum Steinbüchel hinüber eher nicht, bedauert die aktive Achtzigjährige.

Sie hofft nun auf Engagement aus der Bürgerschaft, die ihren Appell lesen: „Der Fortbestand des Vereins steht auf dem Spiel! Wer Interesse an der Vereinsarbeit hat, kann bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im persönlichen Gespräch mehr über die einzelnen Tätigkeiten erfahren.“ Gerne könne man sich auch vorab bei der Vorsitzenden unter helga.quantius@t-online.de oder 0 22 25/67 34 melden. Einzelheiten zu den Tätigkeiten gibt es unter www.merlerdorfgemeinschaft-ev.de unter dem Stichpunkt Formulare. Für die Rettung des Vereins müssten mindestens die Posten des Vorsitzenden und des Kassierers neu besetzt werden. „Dann wäre der Verein noch geschäftsfähig“, erklärt Quantius.