Visitation in Meckenheim

Mehr Neubürger erreichen

Zum Abschluss seiner Visitation feiert Weihbischof Ansgar Puff die Familienmesse in der Kirche Sankt Johannes der Täufer.

Zum Abschluss seiner Visitation feiert Weihbischof Ansgar Puff die Familienmesse in der Kirche Sankt Johannes der Täufer.

MECKENHEIM. Weihbischof Ansgar Puff lobt gutes Miteinander in der Gemeinde

"Meckenheim ist eine lebendige Gemeinde. Es herrscht ein gutes Miteinander." Das bescheinigte Weihbischof Ansgar Puff gestern der Pfarreiengemeinschaft Meckenheim am Ende seiner zweiwöchigen Visitation. Darüber sei er besonders froh, auch im Hinblick auf die Historie. "Es gab hier ja auch schon schwierige Zeiten", erinnerte Puff an die Querelen zwischen dem früheren Meckenheimer Pfarrer Michael Jung und dem Erzbistum.

Seit 2010 ist Reinhold Malcherek in Meckenheim, zunächst als Pfarrverweser, seit 2012 als leitender Pfarrer. Der Weihbischof könne gut zuhören - die Visitation sei gut gelaufen, resümierte Malcherek. Größte Sorge sei im Moment die Frage, wie es mit der Kirche weitergehe. Einerseits herrsche Aufbruchstimmung, andererseits gebe es viele Widerstände. Puff verwendete das Bild eines Navigationsgerätes: Wenn man sein Ziel eingegeben habe, zeige das Gerät nur die ersten Kilometer an - wie der Weg nach zehn Kilometern aussehe, wisse man nicht: "Da muss man fahren!"

In den letzten 14 Tagen hat der Weihbischof vor allem viele persönliche Gespräche geführt, mit den Seelsorgern, mit Religionslehrerinnen, den Küstern, den Kirchenmusikern, den Mitarbeitern der Katholischen Öffentlichen Bücherei und den Mitgliedern der Kirchenvorstände. Auch habe er Gottesdienste gefeiert, an einer Pfarrgemeinderatsitzung teilgenommen, das Interkulturelle Begegnungszentrum Ruhrfeld City, die caritativen Einrichtungen und die Katholische Frauengemeinschaft besucht. Eine Visitation sei keine Kontrolle, sondern eine Suche nach den Spuren des Herrn, sagte Puff. Einen halben Tag war er auch mit dem Auto in Meckenheim unterwegs, hat sich alles angeschaut. Aufgefallen seien ihm die vielen Neubaugebiete in der Stadt. "Es gibt viele junge Familien, jedoch ist ein Großteil der Kirche wohl eher fernstehend", so sein Eindruck.

Daher habe er den Pfarrgemeinderat gebeten, sich Wege zu überlegen, die Neubürger zu erreichen. Erste Überlegungen seien bereits angestellt worden, sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Barth. Zwar gebe es bereits niederschwellige Angebote, wie die Internetseite oder das Magazin "Perspektiven", das an die katholischen Haushalte verteilt werde, doch das sei nicht genug: "Letzten Endes hilft nur die persönliche Ansprache." Den bestehenden Besuchsdienst für Neubürger gelte es zu intensivieren. Jedoch zeigten die Erfahrungen, dass beinahe 90 Prozent derer, die besucht werden, mit der Kirche nichts zu tun haben wollen.

Auch solle das Potenzial Ehrenamtlicher neu erschlossen werden, sagte Barth. Dazu wolle man auch die Freiwilligen-Vermittlungen "Oase" und "Wigwam" bemühen. In keinem Fall dürfe das Ehrenamt zu einem "Hamsterrad" werden, sagte Barth: "Es muss immer noch Spaß machen."

Darauf, dass jeder einzelne zählt, hatte Weihbischof Puff die Gemeinde auch in der sonntäglichen Familienmesse eingestimmt. Das Bild vom Weinstock und den Reben aus dem Johannes-Evangelium bedeute, die Verbindung zu Gott dürfe nicht abreißen, erklärte Puff und betonte: "Christus braucht Ihre Stimme, Ihr Leben, Ihre Zeit und Ihre Beziehungen, um Menschen zu erreichen."

Weihbischof Ansgar Puff will die Eindrücke, die er während seiner zweiwöchigen Visitation in Meckenheim gesammelt hat, zunächst auswerten. Bei einem Reflexionstreffen will er sich dann mit der Pfarreiengemeinschaft und den Gemeindegremien austauschen. Dieses Treffen findet am Donnerstag, 21. Mai, 19.30 Uhr, im Pfarrsaal von Sankt Johannes statt.