Interview mit Sebastian Gronbach

Meckenheimer und seine Frau veranstalten 24-Stunden-Sponsorenwanderung

Engagement für Indien: Sebastian Gronbach.

MECKENHEIM. Am Samstag ist es soweit: Unter dem Motto "Helden für Helden" wird bei einer 24-Stunden-Sponsorenwanderung auf dem Rheinsteig Geld für einen guten Zweck gesammelt. Veranstaltet wird die Wanderung vom Meckenheimer Buchautor und Meditationstrainer Sebastian Gronbach und seiner Frau Fedelma. Zu dem außergewöhnliche Ereignis haben sich mehr als 40 Teilnehmer angemeldet.

Was hat es mit dem Motto "Helden für Helden" auf sich?
Sebastian Gronbach: Unser Motto hat eine vierfache Bedeutung. Zuallererst sind da die Teilnehmer, die 24 Stunden lang, wahrscheinlich auch noch bei Regenwetter, marschieren. Wer so viele Stunden lang den Rheinsteig entlangwandert, der fühlt sich anschließend auf jeden Fall platt, aber gut, und der darf sich auch ein kleines bisschen heldenhaft fühlen. Als Zweites muss man bedenken, dass die Mitwanderer bereits seit Wochen ihre Freunde und Bekannten im Vorfeld für kleinere Geldbeträge angefragt haben. Das heißt in gewisser Hinsicht auch seinen inneren Schweinehund zu überwinden, und das ist auf seine Art ebenfalls heldenhaft. Vor allem geht es aber darum, dass das gesammelte Geld Medical Camps im Norden Indiens zugutekommt. Zu guter Letzt sind mit den "Helden" auch die Menschen, die in diesen Regionen leben, gemeint, die sich tagtäglich bemühen, ihren Familien ein schönes Leben zu ermöglichen, und dafür schlechtestmögliche Bedingungen aushalten.

Wofür wird das gesammelte Geld verwendet?
Sebastian Gronbach: Die Sponsorengelder werden von uns persönlich nach Indien gebracht. Dort werden sie dann verwendet, um die hilfsbedürftige Landbevölkerung zu versorgen. Dabei gibt es zwei Schwerpunkte. Wir wollen vor allem blinden Menschen helfen, die sich eine Operation nicht leisten können, durch die sie wieder sehen könnten. Die Gelder werden aber nicht nur zur medizinischen Versorgung eingesetzt, sondern auch, um jungen Frauen eine Ausbildung zur Krankenschwester zu ermöglichen. Ohne diese wären sie ohne berufliche Aussichten.

Von wem stammt das Geld?
Sebastian Gronbach:
Das Geld ist nur von Privatpersonen, also von den Wanderern. Es sind keine riesigen Beträge, mal 20 Euro hier, mal 10 Euro da. Das Ganze soll nicht zu groß angelegt sein, es geht uns um den sozialen Aspekt, nämlich dass Menschen anderen Menschen helfen. Daher auch unser Motto. Für 20 Euro zum Beispiel kann ein Blinder aus Indien wieder sehen. Das sind für uns winzige Beträge, die jedoch woanders Großes bewirken können. Wir haben sogar einen Spender aus Essen, der anonym bleiben möchte, der uns zugesagt hat, die Spenden auf den nächsthöchsten Tausenderbetrag aufzurunden. Wir werden auch von Firmen und Vereinen unterstützt, aber nicht finanziell. Das wollen wir ja aber auch gar nicht.

Wer kann bei der Wanderung mitmachen?
Sebastian Gronbach: Jeder kann mitmachen, der es sich zutraut, 24 Stunden zu wandern. Ein bisschen Kondition und Durchhaltevermögen sollte man schon mitbringen. Für die, die absolut nicht mehr können, steht aber auch ein Auto parat, um sie zurückzubringen.

Wie weit wird denn eigentlich gewandert?
Sebastian Gronbach: Wir starten in Leutesdorf (im Kreis Neuwied, Anmerkung der Redaktion). Treffpunkt ist um 10 Uhr am Bahnhof, Ziel ist Königswinter um 10 Uhr am nächsten Morgen. Zwischendurch wird es immer mal wieder kleine Pausen geben, in denen wir uns auch ins Café setzen. Meine Frau ist Yogalehrerin, das heißt, es werden für die, die wollen, Dehnübungen angeboten. Es wird immer Zeit für Entspannung geben.

Wird sich auch keiner verlaufen?
Sebastian Gronbach: Meine Frau und ich sind die Strecke schon vorab abgegangen, sicherheitshalber auch schon nachts. So schnell verlieren wir da keinen. Aber zusätzlich werden alle Teilnehmer Sturmlampen mitbringen müssen und sind auch noch mit Walkie-Talkies oder Mobiltelefonen ausgerüstet.

Wollen Sie die Wanderung erneut anbieten?
Sebastian Gronbach: Auf jeden Fall. "Helden für Helden" findet zum ersten Mal statt, soll aber keine einmalige Sache bleiben. Wir wurden vor rund zwei Jahren von der 25-Stunden-Wanderung des "Steppenwolf Bonn" inspiriert. Wir würden uns sehr freuen, wenn aus unserer Wanderung eine kleine Tradition werden würde.

Zur Person

Sebastian Gronbach (Jahrgang 1969) ist Autor und Co-Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Artikel zu den Themen Inneres Wachstum, Moderne Spiritualität und Meditation. Der gebürtige Kölner lebt mit seiner Frau Fedelma, Bergwanderführerin und Yogalehrerin, in Meckenheim. Mehr Infos auf www.sebastiangronbach.de, Kontakt per E-Mail an Sebastian-Gronbach@gmx.de.