Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises

Mathias Mölleken ist Superintendent

Übernimmt die Leitung des Evangelischen Kirchenkreises: Mathias Mölleken.

Übernimmt die Leitung des Evangelischen Kirchenkreises: Mathias Mölleken.

RHEIN-SIEG-KREIS/GODESBERG. Mathias Mölleken, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim, wird neuer Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel. Gewählt wurde er am Samstag von den Vertretern der 13 Gemeinden des Kirchenkreises bei der Herbstsynode im Gemeindezentrum der Rheinbacher Gnadenkirche.

Mölleken folgt damit Eberhard Kenntner, der nach 13 Jahren in diesem Amt in den Vorruhestand geht.

Pfarrer Norbert Waschk (Erlöserkirche Bad Godesberg) übernimmt als Assessor die Stellvertretung Möllekens. Als Skriba (zweiter stellvertretender Superintendent) rückt Pfarrerin Claudia Müller-Bück aus Swisttal-Heimerzheim neu in den Kreissynodalvorstand ein. Alle neu Gewählten werden am 9. Januar in der Friedenskirche in Meckenheim in ihr Amt eingeführt. Eberhard Kenntner wird dabei verabschiedet.

Mit "Ruhe, Verstand und Herzblut" will der neue Superintendent seine Aufgaben im Kirchenkreis angehen. Bewährtes will er fortführen, aber auch Neues wagen. Eine verstärkte Kooperationen der Gemeinden im Kirchenkreis, kritische Mitwirkung bei der Haushaltskonsolidierung der gesamten Kirche sowie eine Stärkung der Jugendarbeit in den Gemeinden sind seine Ziele. "Wir müssen als evangelische Kirche in der Gesellschaft wahrgenommen werden. Wir müssen uns kritisch einmischen. Vor allem brauchen wir das Gespräch und den Dialog mit den Muslimen, besonders in Bad Godesberg", machte der neu gewählte Superintendent deutlich.

Mölleken (57) war als Assessor bereits seit 2010 stellvertretender Superintendent und gehört dem Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes Bonn und der Region an. Seit mehr als 14 Jahren ist der gebürtige Dinslakener Pfarrer in Meckenheim. Seine erste Pfarrstelle (1987 bis 2000) in Duisburg-Rheinhausen war prägend für seine weitere theologische Tätigkeit. Der Arbeitskampf 1987 und die Schließung des dortigen Stahlwerks entwickelten bei Mölleken ein starkes Bewusstsein für eine diakonische Kirche, die "sich gesellschaftlich einmischt". Mölleken übernimmt die Restzeit der Wahlperiode des ausscheidenden Superintendenten Eberhard Kenntner bis 2020. Für Kenntner war es am Samstag sein letzter Bericht vor der Synode und insofern auch ein Rückblick auf 13 Jahre Tätigkeit als Superintendent. Stehend und mit langanhaltenden Ovationen dankten die 64 Synodalen ihm für sein Engagement. In seiner Rede gab er noch einmal Impulse und wies Perspektiven für die Zukunft auf. Die "Annahme des Angenommenen", das Grundprinzip der Jahreslosung 2015, gab er den Synodalen mit auf den Weg. Diese Aussage solle für alle Menschen "in Wort und Tat" erlebbar sein. Zufrieden zeigte sich Kenntner, dass seine Lieblingsprojekte, wie ein solidarischer Finanzausgleich zwischen armen und reichen Gemeinden sowie die Sanierung der evangelischen Jugendbildungsstätte Merzbach, auf den Weg gebracht werden konnten.

Außer dem Wechsel an der Spitze des Kirchenkreises standen unter anderem auch noch die Zukunft des Amos-Comenius-Gymnasiums und der Evangelischen Akademie in Bad Godesberg sowie die Finanzen 2015 auf der Tagesordnung. Mit zwei Anträgen wandte sich die Synode gehen die geplanten Sparmaßnahmen der Landeskirche. So will der Kirchenkreis das Bad Godesberger Amos-Comenius-Gymnasium, falls die Landeskirche Gelder kürzen sollte, befristet finanziell unterstützen. Auch wird die Landeskirche in einem Antrag aufgefordert, die Weiterexistenz und Funktionsfähigkeit der Evangelischen Akademie zu sichern.

Verabschiedet wurde der Haushalt mit einem Volumen von 3,31 Millionen Euro. Davon fließen 852.000 Euro in Erziehung und Bildung, 580.000 Euro in die Gemeindearbeit und Seelsorge, 559.000 Euro in die diakonische und soziale Arbeit. Außerdem billigten die Synodalen die für 2016 geplanten Sanierungsmaßnahmen der evangelischen Jugendbildungsstätte in Merzbach mit einem Volumen von 840.000 Euro.