Nachwuchsmusiker aus der Voreifel und Bonn

Laut, schnell und groovig

MECKENHEIM/RHEINBACH. "Laut, schnell und groovig", so beschreiben sie ihre eigene Musik: Seit gut einem Jahr machen die vier Nachwuchsmusiker der Metalcore-Band All My Pride die Bühnen der Region unsicher.

Mit viel Freude und Engagement gehen Sebastian Unrecht aus Meckenheim (19), Julian Röttgen aus Rheinbach (19) und die beiden Bonner Timo Wirtz (16) und Gil Thomas (21) ihrer gemeinsamen Leidenschaft, der Musik, nach. Kennengelernt haben sie sich in der Musikschule in Röttgen. Schnell wuchs die Begeisterung, zusammen Musik zu machen. Nun hat die aufstrebende Band ein erstes ereignisreiches Jahr hinter sich. Ihre ungewöhnliche Musikrichtung, die Elemente aus Heavy Metal und Hardcore Punk vereint, ist dabei jedoch nicht immer einfach zu verkaufen.

"Unsere Musik kann man nicht auf einem Stadtfest spielen", erklärt Sänger und Gitarrist Sebastian Unrecht. Viel wohler fühlen sich die vier in Clubs, Bars und Kneipen. Eine neue Spielstätte zu finden, sei bei der großen Konkurrenz aber oftmals gar nicht leicht, sagen sie: "Wir schreiben viele Locations an und fragen, ob wir dort spielen dürfen." Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, überzeugt die Gruppe dann oft mit ihrer Musik. Der Kölner Club "Blue Shell" und das Siegburger Kulturzentrum, wo die Band in diesem Jahr aufgetreten ist, haben bereits für ein erneutes Gastspiel angefragt. Ihren bisher größten Auftritt feierte All My Pride beim Bandcontest "Toys 2 Masters", bei dem sie im vergangenen Oktober nur knapp im Halbfinale gescheitert sind.

Seit März hatten sie sich dafür über zwei Vorrunden und das Viertelfinale qualifiziert. Etwa 400 Menschen füllten dann beim Halbfinale den Saal der "Harmonie" in Endenich. Sechs selbst geschriebene Songs begeisterten eine halbe Stunde lang das Publikum. Vor so vielen Menschen aufzutreten, sei ein ganz besonderes Erlebnis, betont die Gruppe. Davon, dass es am Ende nicht für den Sprung ins Finale gereicht hat, lassen sich die vier nicht beirren. "Wir mussten gegen fünf Bands aus völlig unterschiedlichen Musikrichtungen antreten. Da ist eine Bewertung für die Jury nicht immer einfach", erklärt Bassist Timo Wirtz.

Um beim nächsten Mal ganz vorne mit dabei zu sein, versuchen die vier jungen Musiker stets, sich weiterzuentwickeln. Zwei Mal in der Woche treffen sie sich zum Proben bei Schlagzeuger Julian Röttgen in Todenfeld. Bei einem Auftritt kommt es der Gruppe besonders darauf an, dass das Timing zwischen den vier Protagonisten auf der Bühne stimmt. Wenn sie nicht gerade an neuen Songs schreiben, arbeiten sie deshalb an der Feinjustierung ihres aktuellen Repertoires. Das umfasst zurzeit acht bühnenreife Songs mit Titeln wie "Ashes", "Beast Within" oder "Requiem". "Damit können wir ein etwa 45-minütiges Programm füllen", so Frontmann Sebastian Unrecht.

Als nächsten Schritt plant die Gruppe die Aufnahme einer EP, eines kleinen Albums. Das wollen sie dann bei einem Musikstreaming-Dienst im Internet anbieten. So hoffen sie, die Bekanntheit ihrer Musik steigern zu können. Das Wichtigste ist und bleibt jedoch, Spaß bei der Sache zu haben: "Wir wollen so viel wie möglich spielen", betont Gitarrist Gil Thomas. Denn neben ihrem Dasein als Musiker, wartet auf Sebastian, Julian, Timo und Gil wieder der ganz normale Alltag mit Schule, Studium und Arbeit.