Schleichweg in Meckenheim

Lastwagenfahrer missachten Durchfahrtverbot

Meckenheim. Bei Staus auf der A 61 rollen etliche Schwerlaster durch Altendorf-Ersdorf, obwohl Schilder auf das Durchfahrtsverbot für Laster über 7,5 Tonnen hinweisen. Die Stadt soll mit den zuständigen Behörden über eine Lösung verhandeln.

Freitagnachmittag, 13.30 Uhr unweit der Kirche in Altendorf-Ersdorf. Schwerlast- und Reiseverkehr mit polnischen, niederländischen, britischen und vielen anderen weit gereisten Nummernschildern wälzt sich durch den historisch gewachsenen Doppelort. Ein Mann mit elektrischem Rollstuhl will mit seinem Hund die Straße überqueren und wartet lange. Als sich endlich eine Lücke auftut, rollt er los auf die Hauptverkehrsstraße, weil der Gehweg nicht breit genug für Rollstühle, Kinderwagen und ähnliche Gefährte ist. Keine zwei Sekunden später bremst knapp hinter ihm ein Pkw, ihm entgegen rollt ein Lieferwagen mit holländischem Kennzeichen.

Solcherlei Szenen stammen nicht aus einem grotesken Krimiausschnitt. Sie sind Alltag in Altendorf-Ersdorf, sobald es auf der benachbarten Autobahn eng wird. Dann nämlich suchen sich Autofahrer alternative Wege aus dem Stau. Vielfach werden sie schon im Vorfeld von ihren intelligent auf Stau reagierenden Navigationssystemen aufgefordert, die Autobahn zu verlassen.

Der Haken an der Sache ist, dass der Doppelort als historisch gewachsenes Konstrukt weder von der Straßenführung noch von seiner Straßenbreite geschweige denn unter Sicherheitsaspekten für eine solche, immer wiederkehrende massive Belastung geeignet ist.

Die wenigsten halten sich an Durchfahrtverbot

Dieser Tatsache Rechnung tragend weist ein Schild ein Durchfahrtverbot für Laster über 7,5 Tonnen aus. Daran hielten sich jedoch nur die Wenigsten, berichtete Ortsvorsteher Ferdinand Koll im Stadtentwicklungsausschuss. Oft sei es schon spürbar, wenn an der Autobahnabfahrt ein Streifenwagen stehe, berichtet er von den Erfahrungen der Bewohner. Dann nämlich lasse mancher Brummifahrer von seinem Vorhaben ab, verbotenerweise durch die Dörfer zu fahren. Koll: „Effektiver wären großangelegte Kontrollen, um das Verbot durchzusetzen.“

„Dafür brauche ich acht bis zehn Leute“, berichtete Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Hennings. Weil die Vorgaben der Kontrollschwerpunkte auf Handy am Steuer, Geschwindigkeitsübertretungen und Abstandsverstößen lägen, sei eine personalintensive Kontrolle in Altendorf-Ersdorf kaum zu realisieren.

Hoffnung auf einen Tempo-30-Abschnitt

An der besonderen Engstelle neben der Kirche St. Jakobus der Ältere folgen zwei Kurven im 90-Grad-Winkel innerhalb von etwa 110 Metern aufeinander, der Gehweg ist schmal. Der Rollstuhlfahrer hat seine abenteuerliche Fahrt dort unverletzt überstanden. Er wie auch viele andere werden aber weiterhin an dieser Stelle die Fahrbahn überqueren müssen, um zu ihren Zielen zu gelangen. Deshalb hatten die Ortsvorsteher sich noch einmal mit einem alten Verkehrskonzept befasst, das bereits vor 14 Jahren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung vorgesehen hatte.

Die Hoffnung auf einen Tempo-30-Abschnitt habe man wegen der fehlenden Voraussetzungen bereits begraben müssen, so Koll. Denkbar und zur Verkehrsberuhigung geeignet seien jedoch eine Fahrbahnverengung in Rechts-Links-Kombination für Fahrzeuge aus Richtung Wormersdorf, eine Querungshilfe oder Ampel an der Kirche und eine weitere Querungshilfe an der Ahrstraße. Der Stadtentwicklungsausschuss gab der Verwaltung den Auftrag, darüber mit den zuständigen Behörden Gespräche zu führen.