Interview mit Bio-Obstbauer Lothar Krämer

Krämer: "Die Apfelblüte erwarten wir im Mai"

Gegenverkehr: Die Ponyreiter trafen sich am am Obsthof Plettenberg. FOTOS: ROLAND KOHLS

Gegenverkehr: Die Ponyreiter trafen sich am am Obsthof Plettenberg. FOTOS: ROLAND KOHLS

Meckenheim. Obstanbau erleben, dazu hat die Stadt Meckenheim im Rahmen des Blütenfestes in diesem Jahr zum achten Mal eingeladen. Über den Obstanbau hat GA-Mitarbeiterin Anita Borhau-Karsten mit Lothar Krämer (48), Bio-Obstbauer aus Meckenheim gesprochen.

Der Winter war mild. Wie wirkt sich das auf die Obstblüte aus?

Krämer: Wir hatten große Sorge, dass es eine sehr frühe Blüte geben würde mit der entsprechend großen Gefahr für Blütenfrost. Doch der März und April waren sehr kalt. Das hat die Vegetation verlangsamt. So stehen zurzeit nur die Birnen in voller Blüte. Die Apfelblüte erwarten wir im Mai.

Heute morgen hat es gehagelt – ist das ein Problem?

Krämer: Nein, jetzt schädigt der Hagel nur ein paar Blätter. Größere Probleme bereitet der Sommerhagel. Dann sind die Körner größer, härter und schneller und schädigen die Früchte.

Zum Bestäuben der Blüten sind die Obstbauern auf die Hilfe der Bienen angewiesen. Jedoch sind die fleißigen Helfer zunehmend bedroht. Wie reagieren Sie darauf?

Krämer: Es gibt tatsächlich immer weniger gesunde Bienenvölker. Das hängt mit großflächigen Pflanzenschutzmitteln, einer abnehmenden Pollenvielfalt und der einseitigen Ernährungssituation für die Bienen zusammen. Ich selbst arbeite mit Bestäubungsimkern zusammen. Außerdem habe ich auch eigene Bienenvölker. Zudem setze ich in meinen Plantagen Wildbienen ein, die Rote und die Gehörnte Mauerbiene. Etwa 45 000 Kokons habe ich im Kühlhaus überwintern lassen und wildere sie aus, je nachdem, wann die Blüte einsetzt. Die Wildbienen sind gute Bestäuber und bereits bei niedrigeren Temperaturen unterwegs.