Kinderbetreuung in Swisttal

Kirche plant Kita-Erweiterung in Heimerzheim

In der Villa samt Anbau an der Kölner Straße in Heimerzheim ist der Katholische Kindergarten untergebracht.

In der Villa samt Anbau an der Kölner Straße in Heimerzheim ist der Katholische Kindergarten untergebracht.

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. In der Gemeinde Swisttal fehlen 114 Kita-Plätze. Die Überlegungen der katholischen Gemeinde, ihren Kindergarten in Heimerzheim um zwei Gruppen zu vergrößern, kommen da gerade recht. Der Kreis trägt die Hälfte der Baukosten

In der Gemeinde Swisttal fehlen zum nächsten Kindergartenjahr 114 Kita-Plätze – so kommt der geplanten Erweiterung der Katholischen Kindertagesstätte Sankt Kunibert in Heimerzheim große Bedeutung zu. Sie besteht derzeit aus zwei Gruppen (48 Kinder und sechs Erzieher) und ist in der Villa neben dem Alten Kloster untergebracht. Künftig soll sie vier Gruppen haben, darunter eine U 3-Gruppe.

Geplant ist nach Auskunft von Kreisjugendamtsleiterin Ulla Schrödl ein Neubau auf dem kirchlichen Grundstück hinter der Villa. Eingang und Zufahrt sollen an der Gartenstraße liegen. Der Kreis würde laut Schrödl die Hälfte der geschätzten 2,4 bis 2,8 Millionen Euro Baukosten übernehmen. Die andere Hälfte müsse die Kirche tragen. Was die Betriebskosten angehe – für vier Gruppen jährlich etwa 700 000 Euro – sei der Kirchengemeindeverband als Träger der Einrichtung nur bereit, wie bisher den Trägeranteil für zwei Gruppen zu übernehmen, was rein rechnerisch etwa dem Anteil der katholischen Kinder entspreche.

Dieser zwölfprozentige Anteil macht im Jahr etwa 42 000 Euro aus. Die übrigen 88 Prozent der Betriebskosten teilen sich Kreis und Land. Mit der Gemeinde Swisttal soll es nun eine Finanzierungsvereinbarung für die beiden weiteren Gruppen geben. Es ist angedacht, dass sie den Trägeranteil in Höhe von 42 000 Euro pro Jahr übernimmt.

Gemeinde müsste jährlich 42.000 Euro zahlen

Diese Finanzierungsvereinbarung war auch Thema im Swisttaler Ausschuss für Generationen, Soziales, Kultur und Sport, allerdings im nicht öffentlichen Teil. Die Verwaltung informierte den Ausschuss über das Ergebnis der Gespräche mit dem katholischen Kirchengemeindeverband. Über den Inhalt wollte der Pressesprecher der Gemeinde, Bernd Kreuer, dem GA auf Anfrage nichts sagen. Nur so viel: „Es ist zu einer Einigung gekommen, die vom Ausschuss positiv gesehen wurde.“ Es sei eine Lösung gefunden worden, die zu einer unterschriftsreifen Vereinbarung führe. Diese werde dem Rat im nicht öffentlichen Teil der Sitzung am Dienstag, 24. April, vorgelegt.

„Es ist wichtig, dass der katholische Kindergarten in Heimerzheim erweitert wird“, sagt Schrödl. Zweigruppig in der alten Villa sei er auf Dauer nicht überlebensfähig. Auch weil dies betriebswirtschaftlich nur schwer darstellbar sei. Die nicht denkmalgeschützte Villa ist stark sanierungsbedürftig. Denkbar sind Sanierung, Vermietung, Verkauf oder Abriss.

Was mit der alten Villa geschieht, ist noch unklar

Die Verwaltungsleiterin des Kirchengemeindeverbandes Swisttal, Simone Rath, wollte sich auf GA-Anfrage nicht zu Details der angedachten Finanzierung äußern. Mit der Bauplanung für das gesamte Grundstück, also für einen eventuellen Neubau des Kindergartens und die weitere Nutzung der Villa, habe man ein Architekturbüro beauftragt. Aber dies sei erst der zweite Schritt. Konkretes könne sie erst sagen, wenn der erste Schritt, nämlich die Finanzierung, gesichert sei. Deshalb könne sie noch nichts zur Zukunft der Villa sagen.

Die CDU unterstützt die Erweiterungspläne, denn „viele junge Familien finden den Weg nach Swisttal.“ Darauf müsse man mit der Bereitstellung adäquater Betreuungsmöglichkeiten in Kindertageseinrichtungen reagieren. „Wir begrüßen deshalb sehr, dass sich die katholische Kirche auch in Zukunft als Träger engagieren möchte“, sagt Tanja Pleßer, Sprecherin der CDU-Fraktion im Sozialausschuss.

Sowohl die zentrale Lage der neuen viergruppigen katholischen Kita in Heimerzheim als auch das bewährte Konzept würden gute Resonanz finden. Die finanziellen Grundlagen in Form von zugesagten Investitionskostenzuschüssen für den Neubau wie auch den Zuschüssen für den Betrieb seien seitens der Politik, des Kreises als Jugendhilfeträger und der Gemeinde bereits vorbereitet worden. Deshalb hoffe die CDU, dass die weitere Planung nun reibungslos eingeleitet und die Umsetzung zügig angegangen werde, so Pleßer.