Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannes

Im Zeichen der ghanaischen Gemeinde Sankt Paul in Kumasi

Der Gospel-Chor Kinduku aus Köln singt und trommelt.

MECKENHEIM. Herzlich, fröhlich und auch afrikanisch gelassen - so war die Stimmung beim großen Partnerschaftsfest der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Johannes, das der Ghana-Partnerschaftsausschuss rund um die Meckenheimer Pfarrkirche veranstaltete.

Im Mittelpunkt stand die Verabschiedung der vier Gäste aus der ghanaischen Partnerschaftsgemeinde Sankt Paul in Kumasi, die seit drei Wochen in Meckenheim bei Ausflügen und in ihren Gastfamilien Gelegenheit hatten, deutsche Kultur und Lebensweise kennenzulernen.

Sein Aufenthalt sei lehrreich gewesen, resümierte Michael K. Agyemang. Er habe sich sehr wohl gefühlt und sei herzlich aufgenommen worden. Sogar der Bürgermeister habe die Gruppe empfangen. Besonders die Landschaft hat den 60-jährigen Landwirt aus Kumasi beeindruckt. Er nenne Meckenheim im Geiste nur noch "das grüne Meckenheim", erklärte Agyemang, der gemeinsam mit seinen Reisegefährten Veronika Deede (30), Diana Kyeremateng (34) und Paul D. Agyemang (65) heute den Heimflug antreten wird.

Mit leichter Verspätung hatte die Festmesse am Morgen begonnen. Pater Moses Awinongya aus Ghana, der zurzeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD der Steyler Missionare in Sankt Augustin lehrt und die Messe hielt, war zunächst irrtümlich nach Sankt Petrus Lüftelberg gefahren und verspätete sich. Doch der Kölner Gospel-Chor Kinduku unter Leitung von Georg Wißkirchen, der die Messe umrahmte, überbrückte mit fröhlichen Liedern und afrikanischer Gelassenheit die Zeit. Das Wirken des Partnerschaftsausschusses würdigte Norbert Michels, Geschäftsführer des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln. Er überreichte den "Entwicklungspolitischen Ehrenpreis 2014", der in Kooperation mit dem Hilfswerk Misereor verliehen wurde.

Michels hob insbesondere den bildungspolitischen Aspekt der Partnerschaft hervor und betonte: "Es gibt Begegnungsmöglichkeiten mit afrikanischen Menschen, und das ist wichtig, denn wir sind einen weltweite Schicksalsgemeinschaft."

Das Geld des dotierten Preises kommt dem Ausbildungsfond für Kinder armer Familien sowie der Berufsschule für Mädchen der Partnergemeinde Sankt Paul/Kumasi zugute, berichtete Partnerschaftsausschuss-Sprecher Ernst Schmied. Weitere 150 Euro, das Schulgeld für ein ghanaisches Kind, übergaben die Kindergartenkinder der Katholischen Einrichtung "Zur Glocke", als sie am Partnerschaftsbaum, einer Eiche, Wunschsteine niederlegten. Auch in Sankt Paul gebe es einen solchen Baum, dort sei es eine Palme, berichtete Schmied.

2016 feiert die Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden das 30-jährige Bestehen. Dann werden wieder Gäste aus Ghana, darunter Pfarrer John K. Opoku, in Meckenheim erwartet.