Obere Mühle in Meckenheim

Hochwasser verzögert Renovierung nicht

Viel Wasser lief nach dem Unwetter in die Obere Mühle. FOTO: PEINSIPP

Viel Wasser lief nach dem Unwetter in die Obere Mühle. FOTO: PEINSIPP

Meckenheim. Diesen Wassermassen war nicht viel entgegenzusetzen: Innerhalb weniger Minuten stieg der Pegel der Swist nach einem Unwetter am Samstagabend und überflutete unter anderem die Swistauen in Meckenheim.

Dabei drang auch Wasser in die Obere Mühle ein, um dessen Erhalt als Denkmal sich der Verein Pro Obere Mühle Meckenheim bemüht. Jedoch: Großen Schaden hat die Unwetterflut nicht angerichtet, wie Norbert Peinsipp vom Verein auf Anfrage sagte. Grund: Die uralte Entwässerungstechnik des Bauwerks, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen, hat sich bewährt.

Wie bei früheren Überschwemmungen ist das Wasser zwar massiv in die Mühle eingedrungen und hat Keller, Anbau und Maschinenraum mit einem Schlammfilm überzogen. „Dennoch hat sich die Mühle robust und standhaft gehalten“, berichtete Peinsipp. Auf ein Auspumpen des Kellers konnte dank der „nach wie vor funktionierenden Entwässerung“ verzichtet werden. Nachdem die Vereinsmitglieder die dicken Schlammschichten mit Hochdruckreinigern von den Maschinen und dem Anbau entfernt hatten, stellten sie mit Erleichterung fest, dass der gerade begonnene Ausbau der Mühle und die Renovierung der Mühlentechnik nicht beeinträchtigt sind. Der 2003 gegründete Verein bemüht sich seit mittlerweile 13 Jahren, ein Fortschreiten der Feuchtigkeitsschäden zu verhindern und eine Instandsetzung der denkmalgeschützten, wertvollen Maschinen- und Antriebstechnik zu erreichen.

Bis 1972 stellten die Mahlwerke aus Holz Mehl und weitere Lebensmittel her. Die Technik der Oberen Mühle, die unweit der Swist in der Bachaue gelegen ist und einst von dem Gewässer angetrieben wurde, weist den Maschinenbestand von 1921 auf. Die Mühle gilt außerdem als der älteste Profanbau Meckenheims. Im Mittelalter gehörte sie dem Bonner Cassiusstift, der sie an die Herrn der Tomburg verpachtete. Seit 1992 befindet sie sich im Besitz der Stadt.

Nachdem den Mühlenfreunden an Pfingsten während des Mühlentags von der NRW-Stiftung 100.000 Euro zur Verfügung und weitere Beträge zur Restaurierung in Aussicht gestellt wurden und der Verein auch mit Zuwendungen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz rechnen kann, hat er bereits entsprechende Aufträge für die Ausbau- und Renovierungsarbeiten in diesem Jahr mit Fachfirmen vorbereitet. „Die noch erforderlichen denkmalrechtlichen Genehmigungen sind beantragt“, berichtet Peinsipp. Sobald diese vorliegen, könnten die Verträge geschlossen werden und die Renovierungsarbeiten beginnen – so dass das „Klappern der Mühle“ an Besuchertagen bald Wirklichkeit werden kann.

Mutterschaf an der Oberen Mühle vom Blitz erschlagen

Auch der auf der benachbarten Streuobstwiese grasenden Schafherde geht es einige Tage nach dem Unwetter wieder besser. Ein Muttertier war während des Gewitters von einem Blitz erschlagen worden. Mit vielen Helfern ist die verstörte Herde laut Peinsipp anschließend von der überspülten Streuobstwiese auf ein trockenes Nachbargelände getragen und gezogen worden. Dem Vernehmen nach habe Schafbock Achim inzwischen bereits dafür gesorgt, dass in der Herde Nachwuchs ins Haus steht.