Freundeskreis Römerkanal

Große Vorhaben für die nächsten Jahre

"Römer" in voller Rüstung Heiko Dietrich blickt durch den Römerkanal.

MECKENHEIM. Für den Freundeskreis Römerkanal wird 2013 ein Jahr der Vorbereitungen. Denn Großes ist für 2014 geplant. So soll eine Ausstellung im Rahmen der Landesgartenschau Zülpich die Eifelwasserleitung vorstellen und später in ein neues Informationszentrum einziehen, das im Himmeroder Hof in Rheinbach entstehen soll.

Dies berichtete Vereinsvorsitzender Lorenz Euskirchen bei der Sitzung des Regionalbeirates des Freundeskreises im Meckenheimer Ratsgebäude.

Euskirchen und Regionalbeiratsvorsitzende Sabine Wahlen blickten aufs vergangene Jahr zurück, in dem es gelungen sei, die Römerkanal-Charta zu erstellen, auf der alle zwölf Bürgermeister der beteiligten Kommunen per Unterschrift ihre Unterstützung beim Erhalt des Baudenkmals Römerkanal zugesichert haben.

Das Vertragswerk nehme die Kommunen ideell, aber nicht finanziell in die Pflicht, erläuterte Wahlen. "Die Unterstützung der Stadt Meckenheim ist Ihnen sicher", betonte Bürgermeister Bert Spilles. Mit den Aktivitäten des Vereins werde die Region und ihre Geschichte lebendig gehalten, lobte Spilles.

Ein Highlight des vergangenen Jahres sei der Römertag in Rheinbach mit mehr als 1000 Besuchern gewesen, berichtete Euskirchen weiter: "Das Thema kommt an!" Mit insgesamt zehn Bronzeplatten kennzeichnet der Freundeskreis zudem den Verlauf des Römerkanals innerhalb der Orte.

Allein sechs der Bronzeplatten wurden in Rheinbach verlegt, eine in Walberberg, eine bei Lüftelberg, eine in Kreuzweingarten, eine weitere sei in Buschhoven vorgesehen. Euskirchen dankte besonders seinem Vorstandskollegen, dem Swisttaler Archäologen Klaus Grewe, der maßgeblich zur Eröffnung des neuen Römerkanal-Wanderwegs von Nettersheim nach Köln im Juni beigetragen habe. Und der jetzt die Ausstellung "Wasser für Städte" für einen Raum im Zülpicher Museum für Badekultur vorbereite. Grewe erläuterte die Details. Nicht nur "Flachware", sondern auch etwas zum Anfassen will er präsentieren, so Modelle von römischen Messwerkzeugen oder eine Steinsäge als Beispiel für frühe Wasserkraftnutzung.

Der nachhaltige Nutzen sei es, dass die Exponate später im Informationszentrum in Rheinbach als Dauerausstellung dienen sollen. Um dort einen Museumsraum herzurichten, müssen Fußboden und Dach erneuert werden. 780.000 Euro seien dafür veranschlagt, so Euskirchen.

Die Finanzierung sei noch offen. Angedacht sei, 70 Prozent der Mittel vom Land zu erhalten, zehn Prozent soll der Eigenanteil der Stadt Rheinbach betragen, 20 Prozent müsse der Verein aufbringen. Separat zu finanzieren sei die Ausstellung, die etwa 160.000 Euro kosten soll. Personell würden die Räumlichkeiten vom Naturpark Rheinland betreut, so Wahlen. Auch liege Rheinbach zentral zwischen Nettersheim und Köln und böte sich daher als Standort an.

Für 2014 wolle sich der Verein Beteiligung auch an einem regionalen Römerprojekt beteiligen. Dieses wird zum 2000. Todestag von Kaiser Augustus veranstaltet. Es steht unter der Federführung von Naturpark Rheinland und Region Köln/Bonn. Außerdem wird es einen großen Wandertag auf Römerspuren rund um Rheinbach in Kooperation mit dem General-Anzeiger geben.

Auch ein Römerkanal-Kataster soll erstellt werden. Zunächst als "Event" soll die verschwundene Aquäduktbrücke zwischen Rheinbach und Meckenheim über die Swist visualisiert werden, zum Beispiel mit Hilfe einer Wasser-Installation oder eines View-Masters, eines optischen Betrachtungsgeräts. Erfreulich sei die Vereinsentwicklung. 2008 habe man mit 35 Mitgliedern angefangen, jetzt zähle der Freundeskreis Römerkanal etwa 160 Mitglieder.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.freundeskreis-roemerkanal.de.