Ausstellung im Meckenheimer Rathaus

Ernsthafte und humorvolle Blicke auf die Heimat

MECKENHEIM. 17 Meckenheimer Künstler haben sich auf unterschiedliche Weise mit dem Begriff Heimat beschäftigt. Mamadou Diakhaté: „Heimat ist für mich nicht nur, wo man geboren ist. Sondern, wo ich lebe, Frieden und Freunde habe.“

Der Geschmack von Rübenkraut, Familienwappen, markante Bauwerke: Der Begriff Heimat hat unterschiedliche Facetten. 17 Mitglieder der Künstlerprojektgruppe Meckenheim haben sich gefragt, was er ihnen bedeutet. Aus den Antworten schufen sie Bilder und Skulpturen, die nun im Ratssaal des Rathauses und im Flur davor ausgestellt sind. Zum dritten Mal wird damit laut Bürgermeister Bert Spilles aus dem „Rathaus ein Arthaus“.

Die Verbindung von Kunst und Heimat sei eng, wie es Johannes Mehlitz vom Ministerium für Heimat des Landes Nordrhein-Westfalen zur Ausstellungseröffnung sagte: „Kunst schafft Heimat – und Heimat schafft auch wieder Kunst.“ Das bestätigte auch der Kunsthistoriker Hans Schmidt in einer Einführung.

Das Heimatgefühl kann in der Erinnerung liegen, wie es in der Ausstellung Margret Zimpel zeigt. Ihre „Ruinen und Zauberlandschaften 1945/50“ stehen für die Trümmerstädte nach dem Zweiten Weltkrieg, in denen sie als Kind gespielt hat. Man kann aber auch einen Blick in die Zukunft wagen. Wobei sich Eva Vahjen in ihrem Triptychon „1953-2003-2053“ Sorgen um die Norddeutsche Ebene macht, aus der sie kommt.

Überall und/oder reine Beziehungssache

Für Annette Bröcker ist Heimat eine Beziehungssache. Menschen gehören für viele der Künstler dazu. Bei Martha Barduhn, die als Sprecherin der Gruppe alle Teilnehmer kurz vorstellte, zeigt das eine Familiengruppe. Es gibt ernsthafte Ansätze wie das Bild „durchlöcherte Heimat“ von Heidemarie Graffunder, wo Heimat ein zerstörter Ort ist. Und es gibt die Perspektive des Rheinländers, die unter anderem Karin Weiss in einer Collage aus Texten über den Kölner Dom repräsentiert.

Übrigens könne Heimat überall sein, sagte der Maler Mamadou Diakhaté. „Heimat ist für mich nicht nur, wo man geboren ist. Sondern, wo ich lebe, Frieden und Freunde habe.“ Sein farbenprächtiger „Nordwind“ zeigt daher auch eine Gruppe „Freunde im starken Wind der Heimat“. Das passt zu Doris Ohms Skulptur „HeimatErde“ und Stefan Lages Bild „Unterlaub“, das er auf eine Landkarte gemalt hat. Man kann das große Thema sogar humorvoll nehmen wie Malerin Linda Peacock. Für sie gilt „Zuhause ist, wo die Katze wohnt“.

Die Arbeiten der Künstlergruppe sind noch bis zum 11. Juli im Ratssaal des Rathauses, Siebengebirgsring 4, ausgestellt.