Die Lüfthildis-Mysterienspielgruppe

Ein hochaktueller Klassiker

Es geht um den friedlichen Dialog mit den Muslimen: Der Sultan (Markus Schütz) im Gespräch mit Franz (Christof Limbach) und Klara von Assisi (Hanna Weiler).

MECKENHEIM-LÜFTELBERG. Achtung für die Natur und alle Geschöpfe, Suche nach Frieden und Dialog mit anderen Religionen sowie ein Leben in selbstgewählter Armut statt in Überfluss und Verschwendung: Das Leben und die Botschaft des Heiligen Franziskus sind hochaktuell und haben nicht zuletzt durch die Namenswahl des neuen Papstes Hochkonjunktur.

Grund genug für den Theaterverein Lüfthildis-Mysterienspiele, einen Klassiker im Repertoire wieder aufleben zu lassen: In der Festspielwoche vom 15. bis 22. Juni bringen die engagierten Laiendarsteller das Stück "Franz und Klara von Assisi - Sonnenaufgang für die Welt" von Kurt Faßbender auf die Bühne der Petruskirche.

1989 führte der Verein das Stück schon einmal auf - mit einigen wenigen Mitspielern, die jetzt wiederum mit von der Partie sind. "Jeder Mitspieler ist mit dem Herzen dabei", versichert Monika Döhnert, die gemeinsam mit Willi-Josef Wild Regie führt. In rund 30 Rollen treten die Laiendarsteller, darunter auch 16 Kinder und Jugendliche, im Laufe des fast dreistündigen Stückes auf die Bühne, um das Leben des Heiligen Franziskus in all seinen wesentlichen Stationen nachzuspielen.

Francesco Bernadone wurde 1182 als Sohn eines reichen Tuchhändlers geboren und wuchs zu einem lebenslustigen jungen Mann heran. Er genoss den Reichtum und ließ seine Freunde großzügig daran teilhaben. Erst eine einjährige Gefangenschaft im Städtekrieg zwischen Perugia und Assisi und eine anschließende schwere Krankheit ließen ihn an der Sinnhaftigkeit seines Lebens zweifeln. Er kümmerte sich zunehmend um Arme und Aussätzige. Im Gebet spürte er den Auftrag, die Kirche neu aufzubauen. Er überwarf sich mit seiner Familie und lebte in Armut.

Zu ihm stießen im Laufe der Zeit viele Gefährten, deren einfaches Leben eine Erneuerung der Kirche einleitete. Er gründete einen Orden, der schon im Jahre 1221 3000 Brüder umfasste, die Franz auf Missionsreisen in alle Welt schickte. Mit Klara verband ihn eine besondere Beziehung. Mit ihr gründete er 1212 den Klarissenorden. Am 3. Oktober 1226 starb Francesco. 1228 wurde er heiliggesprochen.

"Was Franziskus so aktuell macht, ist sein friedlicher Dialog mit den Muslimen. Im Stück wird sein historisch belegtes Gespräch mit dem Sultan über Nathans Ring-Parabel aufgegriffen", erläutert Monika Döhnert. Seit Anfang Januar probt das eingespielte Team mit Christof Limbach und Hanna Weiler in den Hauptrollen des Franz und der Klara das Theaterstück, das im berühmten Sonnengesang gipfelt. Für die musikalische Untermalung sorgen Raphael Zollmarsch am Tasteninstrument und Beatrix Bartolomey mit Querflöte und Gesang.