Premiere der Lüfthildis Mysterienspiele

Ein Blick in den Spiegel

Drei Lebensgeschichten – eine Botschaft: „Spiegelbilder“ des Theatervereins „Lüfthildis Mysterienspiele“ feierte eine Premiere in der Lüftelberger Pfarrkirche. FOTO: AXEL VOGEL

Drei Lebensgeschichten – eine Botschaft: „Spiegelbilder“ des Theatervereins „Lüfthildis Mysterienspiele“ feierte eine Premiere in der Lüftelberger Pfarrkirche. FOTO: AXEL VOGEL

Meckenheim-Lüftelberg. Lüfthildis Mysterienspiele führt „Spiegelbilder“ in der Sankt Petrus Kirche in Lüftelberg auf. Bei der diesjährigen Festspielwoche des Theatervereins geht es um Toleranz und Nächstenliebe, darum, das Gute im Menschen zu sehen und sich nicht von Vorurteilen blenden zu lassen.

In den Spiegel zu blicken, ohne die Frisur zu richten oder zu kontrollieren, ob die Wimperntusche nicht verschmiert ist – dazu wurden die Besucher in der Sankt Petrus Kirche in Lüftelberg bei der Premiere von „Spiegelbilder“ aufgefordert, der neuesten Aufführung des Theatervereins „Lüfthildis Mysterienspiele“. Beim Blick in den Spiegel soll das eigene Handeln fokussiert werden. Bei der diesjährigen Festspielwoche des Theatervereins geht es nämlich um Toleranz und Nächstenliebe, darum, das Gute im Menschen zu sehen und sich nicht von Vorurteilen blenden zu lassen.

Dabei werden auch die Zuschauer in das Theaterstück eingebunden. Sie sind aufgefordert, die Gelegenheit zu nutzen um einen Blick in einen der drei großen Spiegel zu werfen und das Gesehene zu reflektieren.

Obwohl im Februar dieses Jahres der Gründer des Theatervereins und Autor des Theaterstücks „Spiegelbilder“, Kurt Faßbender, gestorben ist, haben die Theaterleute nicht ans Aufhören gedacht. Sie wollen mit ihren Aufführungen alljährlich zur Festoktav der Heiligen Lüfthildis die Wallfahrtstradition in Lüftelberg aufrechterhalten.

Das diesjährige Theaterstück ist in drei kleinere Geschichten aufgeteilt. Genauer gesagt: es baut auf drei Lebensgeschichten auf, die alle aber eine Botschaft eint. Es sind dieselben Werte, für die die Heilige Elisabeth von Thüringen, Don Bosco und Adolph Kolping stehen, nämlich die soziale Komponente und die Wertschätzung anderen Menschen gegenüber. Die drei Spiegel, die das Bühnenbild formen, stehen dabei für jeweils eine der Personen und für dessen Geschichte. Am Ende der jeweiligen Geschichte stellen die Schauspieler Fragen wie: „Kann auch ich, wie Don Bosco, ohne Vorurteile auf andere zugehen und ohne dass mich kümmert, was andere davon denken?“ Durch diese Fragen, wie durch die Aufforderung einen Blick in den Spiegel zu werfen, ist das Publikum in das Theaterstück eingebunden.

Nikolaus Weiler verkörpert Don Bosco, der allen Vorurteilen zum Trotz kriminellen Jugendlichen half und sie in die Gesellschaft integrierte. Charlott von Jordans übernimmt die Rolle der Elisabeth von Thüringen, die einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn besaß: „Sie schenkte Arbeit. Sie ließ Brücken bauen, neue Straßen, schenkte Werkzeug, ein Recht auf Selbstbewusstsein und auf Lohn“, lässt Faßbender in seinem Stück die Magd Guda über ihre Herrin sagen. Der Dritte Spiegel ist dem Priester Adolph Kolping, dargestellt von Markus Schmitz, zugewiesen. Der katholische Priester half jungen Menschen in bedrängten Lebenssituationen sodass sie Gemeinschaft und Geborgenheit erleben konnten. Die drei einzelnen Geschichten erzählen dem Publikum, was Nächstenliebe und Toleranz ausmacht. „Angesichts der Flüchtlingskrise ist das ein ganz aktuelles Thema“, sagt Uwe Kolbitz, Pressesprecher der „Lüfthildis Mysterienspiele“.

Weitere Vorstellungen sind am Samstag, 28. Mai, 18 Uhr, Sonntag, 29. Mai, 17 Uhr, Samstag, 4. Juni, 18 Uhr und Sonntag, 5. Juni, 17 Uhr. Kartenvorbestellung zwischen 17 und 19 Uhr unter 0 22 25/1 79 78.