Neubau soll mehr Platz bieten

Die alte Swistbachschule in Heimerzheim soll weichen

Der Altbau der Swistbachschule (gelbes Gebäude) aus dem 19. Jahrhundert ist stark sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden.

Der Altbau der Swistbachschule (gelbes Gebäude) aus dem 19. Jahrhundert ist stark sanierungsbedürftig und soll abgerissen werden.

Swisttal-Heimerzheim. Die Swistbachschule in Heimerzheim platzt mit 300 Schülern aus allen Nähten. Ein Neubau für die Heimerzheimer Grundschule bietet mehr Platz.

Die Swistbachschule in Heimerzheim platzt mit 300 Schülern in zwölf Klassen aus allen Nähten. Und es werden noch mehr: 411 in 17 oder 18 Klassen lautet die Prognose des Schulentwicklungsplans für das Schuljahr 2022/23. Durch Zuzug in neue Wohngebiete könnte die Zahl danach sogar noch weiter steigen, auf etwa 450. Mit diesem Anstieg wird die Swistbachschule statt bisher drei dann fünf Züge in den Eingangsklassen haben. Auch mit weiteren Flächen für die Übermittagsbetreuung und die OGS drängt es.

Um zusätzlichen Raumbedarf zu schaffen, soll der Altbau des Schulgebäudes abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Für die Dauer dieser Arbeiten zwischen dem ersten Quartal 2020 und dem vierten Quartal 2021 soll die Schule komplett einschließlich OGS in eine Containeranlage ziehen. Für die Container wäre Platz auf dem Gelände der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule, wie die Verwaltung in einem ersten Aufschlag festgestellt hat. Dort wäre auch die Nähe zur Turn- und Schwimmhalle gegeben. Der Bau- und Vergabeausschuss und der Schulausschuss haben in gemeinsamer Sitzung das Architekturbüro Koenigs+Rütter mit der Entwurfsplanung beauftragt, die dann wieder in den Ausschüssen vorgelegt werden soll.

Zwar wurden im Doppelhaushalt 2019/2020 für das Jahr 2019 Planungskosten in Höhe von 200.000 Euro und für das Jahr 2020 Baukosten von 600.000 Euro eingestellt. Aber zunächst galt es, verlässlich Klarheit darüber zu gewinnen, ob der zusätzliche Raumbedarf von fünf Klassenräumen und Fachräumen überhaupt am bisherigen Standort der Swistbachschule realisiert werden kann.

Dazu hatte die Gemeinde das Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Ergebnis: Grundsätzlich ist die Erweiterung am bisherigen Standort realisierbar, wie Christoph Rütter den beiden Ausschüssen erläuterte. Konkret empfiehlt das Architekturbüro die Planungsvariante 3 mit Abriss des Altbaus und Neubau mit Anschluss an die Gebäude aus den Jahren 1978 bis 2008. Die anderen beiden Varianten Aufstockung des sogenannten Neubaus (Variante 1) oder Erweiterung des Altbaus mit Modernisierung und Umbau im Bestand (Variante 2) hielt Rütter für nicht sinnvoll, weil sie die Problematik des Altbaus nicht lösten.

„Der Altbau hat enormen Sanierungsstau und seine Lebenszeit überschritten“, sagte er. Als Vorteil eines Ersatz-Neubaus an Stelle des Altbaus nannte er vor allem, dass die Klassengrößen und –zuschnitte so realisiert werden könnten, wie sie gebraucht werden. Zudem wäre sogar noch Potenzial für eine spätere nochmalige Erweiterung. Auch sei bei Variante 3 noch ausreichend Schulhoffläche vorhanden, wenn man einen Zaun versetzen oder einen Gebäudeteil auf Säulen errichten würde.

Die Kosten für die Variante Neubau inklusive Abriss liegen bei 4,28 Millionen Euro (ohne Container). Manfred Lütz (CDU) wies auf einen „emotionalen Aspekt“ hin, wenn der ortsbildprägende Altbau abgerissen werde. „Wir sollten deshalb dafür gute Argumente in der Öffentlichkeit nennen“, sagte er.

Die Argumente hatte Schulleiterin Hanne Kirleis gleich parat: „Das Gebäude ist marode und hochgradig sanierungsbedürftig.“

Die Planer wurden auch einstimmig beauftragt, die Erweiterungspotenzialfläche von Anfang an in die Planung einzubeziehen. Damit könnte auch der zusätzliche Bedarf für die OGS berücksichtigt werden. Ab Sommer 2019 wird die OGS drei Gruppen haben, auf Dauer sogar vier. Auch zwei Kellerräume als Lagerfläche sollen in den Plänen vorgesehen werden.