Neue Einsatzzentrale für Retter

Der Bau der neuen Rettungswache an der Kölner Straße in Heimerzheim startet

Zum Spaten greifen (v. l.) Sebastian Schuster, Petra Kalkbrenner, Kreisdirektorin Annerose Heinze und der Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Rhein-Sieg-Kreis, Rainer Dahm. FOTO: AXEL VOGEL

Zum Spaten greifen (v. l.) Sebastian Schuster, Petra Kalkbrenner, Kreisdirektorin Annerose Heinze und der Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Rhein-Sieg-Kreis, Rainer Dahm. FOTO: AXEL VOGEL

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Mit dem symbolischen Spatenstich haben am Dienstag die Bauarbeiten für die 3,4 Millionen Euro teure neue Rettungswache in Heimerzheim begonnen. Von der neuen Wache aus sollen neben einem Großteil der Gemeinde Swisttal auch Teilbereiche der Stadt Bornheim und der entsprechende Abschnitt der A61 versorgt werden.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich durch Landrat Sebastian Schuster, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und den Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz beim Rhein-Sieg-Kreis, Rainer Dahm, ist am gestrigen Dienstag der Neubau der neuen Rettungswache in die Realisierungsphase gegangen.

Der Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Rettungsdienstes investiert rund 3,4 Millionen Euro in dieses Projekt. Der bisherige Standort an der Schützenstraße sei für die Anforderungen zu klein geworden, eine Erweiterung sei auf dem dortigen Gelände nicht möglich gewesen, sagte Landrat Schuster vor Vertretern von Kreistag, Kreisverwaltung, Ratsmitgliedern der Gemeinde Swisttal, Bornheims Vizebürgermeisterin Petra Heller, Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes Rhein-Sieg Rettungsdienst, des Bonner Büros Koenigs Rütter Architekten und weiteren Gästen. Demgegenüber sei der Standort des Neubaus direkt am Verkehrskreisel Kölner Straße bei den Märkten zukunftsweisend und habe darüber hinaus noch Erweiterungspotenzial.

Von der neuen Wache aus wird nicht nur der Großteil der Gemeinde Swisttal versorgt, sondern auch Teile des Bornheimer Stadtgebietes sowie ein Abschnitt der vielbefahrenen Autobahn A 61, und zwar in der einen Richtung bis zur Anschlussstelle Weilerswist, in der anderen bis zur Raststätte Peppenhoven.

Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner hob die Bedeutung der Rettungswache Heimerzheim als feste Institution in der Gemeinde hervor: „Für unsere Bürgerinnen und Bürger bedeutet das Vorhandensein und die jederzeitige Erreichbarkeit des Rettungsdienstes, dass sie umgehend Hilfe erhalten. Hierdurch entsteht ein Sicherheitsgefühl, welches insbesondere in unserer ländlich strukturierten Gemeinde für die Bevölkerung wichtig ist.“ Sie dankte dem Rhein-Sieg-Kreis als Träger des Rettungsdienstes ebenso wie den Mitarbeitern der Rettungswache dafür, dass auch künftig rund um die Uhr Hilfe bei Notfällen geleistet werde.

Insgesamt verfügt die neue Rettungswache über rund 630 Quadratmeter Nutzfläche. Die 240 Quadratmeter große Fahrzeughalle bietet Platz für vier Einsatzfahrzeuge, es wird eine getrennte Wasch- und Desinfektionshalle geben. Vorgesehen sind acht Ruheräume für die Einsatzkräfte, ein Aufenthaltsbereich mit Kochmöglichkeit, Sanitär- und Umkleideräume, drei Büroräume, ein Schulungsraum und Lagerflächen. Als Lehrrettungswache sollen im neuen Schulungsraum, konzipiert für bis zu zwölf Personen, künftig etwa die im Rahmen der Notfallsanitäter-Ausbildung notwendigen Lehrveranstaltungen sowie andere Lehrgänge stattfinden.

Die Planung, die das Bonner Büro Koenigs Rütter Architekten im Auftrag des Rhein-Sieg-Kreises entwickelt hat, sieht einen klaren, einfachen Baukörper vor, der alle Funktionen auf einer Ebene und unter einem durchgehenden, flachen Dach unterbringt. Die Fassade wird mit wartungsarmen Mauerklinkern versehen. Eine Notstromversorgung garantiert auch bei einem denkbaren längeren Stromausfall die Energiezufuhr. Die energetischen Kennwerte der Wache sollen nahezu die Anforderungen an ein Passivhaus erfüllen. So werden die Außenbauteile eine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Wärmedämmung erhalten, eine Lüftungsanlage wird einen großen Teil der Wärmeenergie aus der Abluft zurückgewinnen und eine Photovoltaikanlage wird rund ein Drittel des Energiebedarfs liefern.

Was mit der alten, weder bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Rettungswache geschehen soll, werde Thema für die Kommunalpolitik sein, so Bürgermeisterin Kalkbrenner. Die Gemeinde Swisttal habe bereits den Miteigentumsanteil des Rhein-Sieg-Kreises erworben. Da das Grundstück der alten Wache direkt an das Grundstück des Feuerwehrgerätehauses grenze, ergäben sich „einmalige Möglichkeiten“ für den Bereich der Feuerwehr.