Zurück in die Schule

Bundesfreiwilligendienst in Meckenheimer Grundschule

MECKENHEIM. Sechs Bundesfreiwilligendienstler sind wertvolle Helfer im Unterricht an der Grundschule Meckenheim. Die Abiturienten sammeln dabei erste Arbeitserfahrungen und die Lehrer profitieren von der zusätzlichen Unterstützung im Unterricht und der Nachmittagsbetreuung.

In Zweierreihen stellen sich die Kinder der 1 b der Katholischen Grundschule in Meckenheim vor dem Klassenzimmer auf. Sie wissen, dass es gleich Mittagessen gibt, aber auch, dass es nicht losgeht, bevor nicht alle ordentlich in der Reihe stehen. Darauf achtet Simon Breuer. Der 19-Jährige hat mit fünf anderen jungen Erwachsenen mit Beginn des Schuljahres seine Tätigkeit im Bundesfreiwilligendienst (BFD) – oft auch Bufdi genannt – an der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Katholischen Grundschule Meckenheim aufgenommen. Die Abiturienten sammeln dabei erste Arbeitserfahrungen und die Lehrer profitieren von der zusätzlichen Unterstützung im Unterricht und der Nachmittagsbetreuung.

Breuer macht die Arbeit mit Kindern Spaß, er hat bereits in der elften Klasse ein Praktikum in einem Kindergarten absolviert: „Jetzt wollte ich ausprobieren, ob mir der Beruf als Grundschullehrer liegt, und schon mal den Alltag kennenlernen.“ An der Essensausgabe steht Breuer ganz vorne und passt auf, dass alles klappt. Heute gibt es Kartoffelsuppe. Susanne von Häfen, Klassenlehrerin der 1 b, schätzt es sehr, dass Breuer ihr ein ganzes Schuljahr zur Seite steht: „Es ist eine tolle Unterstützung und eine große Entlastung für uns.“

Jeder Bufdi wurde am Anfang des Schuljahres einer Klasse zugeteilt und begleitet die Schüler über den Tag. Das heißt, sie sind bei jeder Unterrichtseinheit dabei, begleiten die Kinder zum Mittagessen und sind auch am Nachmittag da, wenn die Kinder in der Offenen Ganztagsschule betreut werden. Neben Breuer absolvieren Jonathan Radmacher, Kevin Jans, Tobias Schäfer, Linus Khan und Melanie Romaker den Bundesfreiwilligendienst an der Schule. Jonathan Radmacher nutzt die Zeit, um sich beruflich zu orientieren: „Nach dem Fachabi wusste ich nicht, was ich machen wollte. Jetzt möchte ich auch Lehrer werden.“ Tobias Schäfer ist sich hingegen sicher, dass der Lehrerberuf nicht sein Traum ist: „Die Arbeit macht mir trotzdem sehr viel Spaß, und ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen darf. Ich wollte nach dem Lernstress im Abitur Arbeitserfahrungen sammeln.“

Projekt wird in der Klasse umgesetzt

Die BFDler leisten einen Vollzeitjob und sind fest ins Schulkollegium eingebunden. Gemeinsam mit der Klassenlehrerin und der Betreuerin bilden die Bufdis ein Team und sind für die Kinder und auch für die Eltern Ansprechpersonen. Zusätzlich findet für die Freiwilligen jede Woche eine Betreuungsstunde statt. Hier erarbeiten sie ein eigenes Projekt, das sie dann in ihrer Klasse umsetzen.

Melanie Romakers Thema sind Insekten. „Dafür bereite ich Übungsblätter vor und überlege mir, was ich mit den Kindern zu dem Thema basteln kann“, berichtet sie. Und das ist viel Arbeit: „Wenn man vor der Klasse steht, merkt man erst, wie schwierig der Job ist. Man muss an Vieles denken und die Kinder richtig einschätzen, um sie nicht zu überfordern, aber auch nicht zu langweilen,“ weiß Schäfer. „Und wissen, wie man damit umgeht, wenn die Kinder einen schlechten Tag haben“, ergänzt Radmacher.

Die Leiterin der Offenen Ganztagsschule, Heike Rabe, sieht viele Vorteile in der Einbindung der jungen Erwachsenen: „Die Kinder profitieren von einer zusätzlichen Betreuungsperson, aber wir sehen auch, wie sich die BFDler entwickeln und selbstständiger werden.“ Diese wiederum schätzen die gute Organisation an der Schule. „Wir kriegen nicht nur langweilige Aufgaben, sondern wir dürfen auch selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen“, sagt Jonathan Radmacher.

Mittlerweile ist die 1 b in der Übungszeit und die Kinder machen ihre Aufgaben. Von Häfen, die Ganztagsbetreuerin Silke Kolvenbach und Simon Breuer schauen den Mädchen und Jungen über die Schulter. „Am schönsten ist es, wenn man die Erfolgserlebnisse, die die Kinder im Laufe des Jahres machen, miterleben darf“, sagt Breuer. Und schon kommt das nächste Kind angelaufen und möchte, dass „Herr Breuer“ ihm bei der Rechenaufgabe hilft.