Im Ruhrfeld in Meckenheim

Bei Umbau zu Kita: Schadstoffe in ehemaligen Sitzungssälen gefunden

MECKENHEIM. Eine unangenehme Überraschung hat der Umbau der ehemaligen Sitzungssäle im Ruhrfeld in eine Kindertageseinrichtung zutage gebracht.

Eine "teerartige, geruchsintensive Masse" sei bei Trockenbauarbeiten gefunden worden, berichtete der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Andreas Satzer, im Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Touristik.

Nach näherer Untersuchung sei an einigen Stellen im Gebäude eine Belastung durch Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt worden; dabei sei das Fünf- bis Sechsfache des zulässigen Wertes gemessen worden.

Der Stoff gelte als krebserregend. Wann und zu welchem Zweck er verwendet wurde, lasse sich anhand der vorliegenden Pläne des ursprünglich als Schule errichteten Gebäudes nicht nachvollziehen.

Weil die Räume für die Betreuung von Kindern genutzt werden sollen, sei eine Versiegelung des giftigen Stoffes nicht in Frage gekommen, so Satzer.

Eine Schadstoffsanierung in den kontaminierten Bereichen sei erforderlich. Mit dieser sei bereits Mitte August begonnen worden. Sie erfolge unter Unterdruck, um eine Kontaminierung anderer Bereiche auszuschließen. Nach der Sanierung soll eine Feinmessung durch einen Gutachter durchgeführt werden, bevor die Freigabe der Räume erfolgen kann.

Bauzeiten verschieben sich

Die Mehrkosten durch die Sanierung schätzte der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt auf etwa 60.000 bis 70.000 Euro. In den nicht belasteten Bereichen gehe der Umbau parallel weiter. Jedoch verschöben sich die geplanten Bauzeiten.

Statt im Februar sollen die Arbeiten nun im März 2016 abgeschlossen werden. Voraussichtlich im April kann der neue Kindergarten in Betrieb genommen werden. Die Räume sollen Platz für drei Kindergartengruppen bieten.

Vor der Ausschuss-Sitzung, die im benachbarten Ratssaal stattfand, konnten sich die Vertreter der Fraktionen vom Stand der Arbeiten vor Ort überzeugen. Mit der Baumaßnahme war im Juni begonnen worden.

Die Beschlussfassung im Rat über die neue Nutzung der Sitzungsräume war im Februar gefasst worden. 910.000 Euro sind für die Baumaßnahme im Haushalt vorgesehen, zudem 210.000 Euro für die Baunebenkosten.