Fußgängerunterführung am Bahnhof Meckenheim

Baustelle steht weiter still

Die Baustelle für die Unterführung am Meckenheimer Bahnhof: Ein Fortschritt der Arbeiten ist nicht zu erkennen.

Die Baustelle für die Unterführung am Meckenheimer Bahnhof: Ein Fortschritt der Arbeiten ist nicht zu erkennen.

MECKENHEIM. Fußgängerunterführung am Bahnhof Meckenheim wird wohl erst im Dezember fertig. Die Bahn hat sich nach weiteren Untersuchungen der Betonbeschaffenheit zur Sanierung der fertiggestellten Bauwerks-Teile entschlossen und erachtet einen Abriss für wirtschaftlich nicht sinnvoll.

„Das zieht sich wie ein Kaugummi – man sieht keinen Fortschritt“, so hat Ferdinand Koll (CDU) am Dienstag im Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Tourismus die Situation am Bahnhof Meckenheim beschrieben, wo bei den Bauarbeiten an der Personenunterführung weiterhin Stillstand herrscht. „Man kann die Sorgen der Anwohner verstehen“, brachte er die Stimmung im Ausschuss auf den Punkt.

Der Technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt legte dar, dass sich die Bahn mittlerweile nach weiteren Untersuchungen der Betonbeschaffenheit zur Sanierung der fertiggestellten Bauwerks-Teile entschlossen habe und einen Abriss für wirtschaftlich nicht sinnvoll erachte.

So wird die Nutzung der Unterführung voraussichtlich erst im Dezember möglich sein. Das Gutachten des Sachverständigen Heinrich Bökamp liegt vor und ist der Stadtverwaltung in einem Gespräch mit Vertretern der Bahn am 21. April vorgestellt worden, berichtete Witt dem Ausschuss. Weitere Bohrkernentnahmen im gesamten Deckenbereich des Tunnels hatten keine weiteren Hohlstellen oberhalb der unteren Bewehrung aufgefunden. Jetzt soll die Deckenplatte wassergestrahlt werden, lose Teile sollen entfernt und die Bewehrung im geschädigten Bereich freigelegt werden. Danach soll die Sanierung erfolgen.

Die Bahn betone, dass es keinen Minderwert mit Blick auf die Standsicherheit gebe, so Witt. „Was das für die Lebensdauer und Sanierungshäufigkeit des Bauwerks heißt, darüber müssen wir noch reden“, erklärte er. Im Juni sollen vorbereitende Arbeiten abgeschlossen werden. Die Durchführung der Maßnahme soll bis Ende Oktober erfolgen. Danach könnten die neuen Zuwege gebaut und die Aufzüge eingebaut werden. Diese sollen im Dezember in Betrieb gehen.

Ebenfalls im Dezember soll die Personenunterführung für die Nutzung der Bürger und Bahnreisenden freigegeben werden. Jedoch sei der Bau damit nicht abgeschlossen.

Im ersten Quartal 2017 könnte nach dem Zeitplan der Bahn der Rückbau der Behelfsbrücke erfolgen. Dies erfordert eine temporäre Sperrung der Gleise. Geplant ist dies an zwei Wochenenden. Dann wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Gesamtinbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2017 geplant, berichtete Witt und erklärte, dass Stephan Boleslawsky, Leiter Bau- und Anlagenmanagement im Regionalbereich West der DB Station & Service AG leider verhindert sei, aber angeboten habe, auf Wunsch bei der nächsten Ratssitzung Rede und Antwort zu stehen.

Die im Gutachten verwendete Formulierung „ein Minderwert mit Blick auf die Standsicherheit“ bezeichnete Ausschuss-Mitglied Thomas Radermacher (UWG) als nicht wirklich vertrauenserweckend und hochgradig befremdlich. Entweder sei das Bauwerk standsicher oder nicht, sagte Radermacher. Er bat darum, dem Rat das gesamte Gutachten zur Kenntnis zu geben.