Energiewende

Ausbau der Starkstromtrasse in der Region läuft

RHEIN-SIEG-KREIS. Ende 2013 will die Firma Amprion den Teilabschnitt, der durch den Rhein-Sieg-Kreis verläuft, fertiggestellt haben

Mit Hochdruck arbeitet die Firma Amprion derzeit am Ausbau der Hochspannungsleitung durch den Rhein-Sieg-Kreis. Bis Ende 2013 soll der Ausbau in der bestehenden Trasse abgeschlossen sein - das wäre sogar schneller als ursprünglich gedacht.

Um das zu schaffen, hat Amprion gleich drei Firmen mit dem Leitungsbau beauftragt. Gleichzeitig sind Leitungsbautrupps der Firmen cteam, Edison und FRB an unterschiedlichen Stellen des Verlaufs der Trasse im Einsatz. "Derzeit arbeiten rund 70 Monteure auf der Strecke", sagt Amprion-Sprecher Andreas Preuß. Im Sommer nächsten Jahres, wenn die heiße Phase des Ausbaus beginnt, soll die Zahl der Monteure auf rund 150 steigen.

Die Leitungsbauer sind in diesen Tagen damit beschäftigt, Fundamente zu gießen und die Masten zu bauen. Erst wenn alle Masten stehen, werden die Starkstromleitungen gezogen und nach der Inbetriebnahme die überflüssig gewordenen alten Strommasten demontiert. Unterm Strich stehen dann zwar weniger Masten in der Landschaft. Die neuen sind jedoch wesentlich höher und wuchtiger als die bisherigen. Das liegt daran, dass sie auch stärkere Leitungen halten müssen. Statt der bisherigen 110 Kilovolt werden dann 360 Kilovolt durch die Leitungen der Republik gejagt.

Die Trasse durch den Rhein-Sieg-Kreis ist Teil der Leitung, die von der Nordsee bis nach Bayern verläuft. Sie versorgt den Süden Deutschlands mit Strom aus den Windkraftanlagen in der Nordsee. Damit sich die elektromagnetische Strahlung am Boden nicht erhöht, werden die Masten rund 20 Meter höher gebaut als die bisherigen. Dennoch hatten die Ausbaupläne bei vielen Anwohnern für viel Aufregung gesorgt.

Sie befürchteten eine massive Beeinträchtigung durch elektromagnetische Strahlung der neuen leistungsfähigeren Hochspannungsleitungen - den "Monstermasten", wie sie von Ausbau-Gegnern genannt wurden. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens, das von der Bezirksregierung in Köln durchgeführt wurde, gingen dann auch 40 Einwände von Bürgern sowie auch von Stadtverwaltungen ein. Berücksichtigung bei der Ausführung fanden sie jedoch letztlich nicht.

Größere Planänderungen habe es nicht gegeben, und der Feststellungsbeschluss, den die Bezirksregierung am 29. Februar dieses Jahres gefällt hatte, sei nicht beklagt worden. Somit habe der Beschluss Bestandskraft, erläuterte Oliver Moritz, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage des General-Anzeigers.

Das bestätigte auch Amprion-Sprecher Preuß. Die Leitungen seien im Februar so genehmigt worden, wie sie auch beantragt worden seien. Punktuelle Verschiebungen habe man vorher mit den Eigentümern und Pächtern der Grundstücke abgestimmt, so Preuß weiter. Finanziert werden die neuen Stromleitungen, von denen ein Kilometer rund 1,5 Millionen Euro kostet, von den Stromkunden über die Netzentgelte. Eine Erhöhung der Netzentgelte müsse jedoch von der Bundesnetzagentur genehmigt werden, erläuterte Preuß.

Sehr nah an den neuen Strommasten wohnen vor allem die Menschen in Meckenheim und Alfter. Ihre Wünsche nach einer Erdverkabelung oder nach Kompaktmasten, die weniger hoch sind, die Strahlung jedoch durch ihre Bauweise besser abschirmen, wurden nicht berücksichtigt. Die Erdverkabelung sei nicht erlaubt und die Kompaktmasten seien in Deutschland noch nicht erprobt, sagte Preuß dazu.

Eine erste Strecke mit Kompaktmasten solle nahe der holländischen Grenze gebaut werden. Diese sei jedoch erst in den Jahren 2017 bis 2019 vorgesehen und nach ihrer Fertigstellung benötige man weitere Jahre, um die Masten auszutesten, so der Sprecher.

 

Die Stromtrasse

Etwa 27 Kilometer lang ist die Strecke von der Grenze zu Rheinland-Pfalz bis zum Umspannwerk nach Bornheim-Sechtem. Sie durchläuft Wachtberg auf 2,7 Kilometern, acht neue Masten werden gebaut, 19 alte Masten demontiert. Durch Meckenheim verlaufen 6,6 Kilometer der Trasse. 24 neue Masten werden gebaut, 54 fallen weg. In Alfter sind es 9,3 Kilometer. Hier entstehen 26 neue Masten, 69 werden abgebaut. Bornheim wird auf 5,9 Kilometer durchquert mit 19 Masten, die 46 alte ersetzen.

Bonn durchquert die Trasse nur 900 Meter. Dort werden drei Masten gebaut, sieben fallen weg. Rheinbach wird auf einer Strecke von 1,8 Kilometern tangiert. Dort werden fünf neue Masten gebaut und 13 demontiert.