Touristischer Radwanderweg

Apfelroute soll linksrheinische Kommunen verbinden

Rund 120 Kilometer wird die Apfelroute lang sein, die quer durch den linksrheinischen Kreis führen wird.

Rund 120 Kilometer wird die Apfelroute lang sein, die quer durch den linksrheinischen Kreis führen wird.

MECKENHEIM. Der Radweg soll die linksrheinischen Kommunen verbinden. Politiker fordern eine bessere Anbindung der Hofläden. Die EU fördert das Projekt mit 576.000 Euro.

Die Region als drittgrößtes Obst- und Gemüseanbaugebiet Deutschlands zu profilieren, das touristische Angebot zu erweitern und insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen durch den Ausbau der touristischen Infrastruktur zu stärken – das ist das Ziel der geplanten Apfelroute. Das Projekt des Rhein-Voreifel Touristik e.V. (RVT) hat Projektkoordinator Thomas Baumann am Dienstag dem Ausschuss für Bau, Vergabe, Wirtschaftsförderung und Touristik vorgestellt.

„Wir wollen die Kraft der Region bündeln und uns nicht als konkurrierende Anbieter sehen“, sagte Baumann. Die Politiker im Ausschuss kritisierten vor allem die unzureichende Anbindung der Hofläden und -cafés. Der etwa 120 Kilometer lange Radweg wird die sechs linksrheinschen Kommunen Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg verbinden und soll die Kulturlandschaft, die Landwirtschaft und den Natur- und Landschaftsschutz erfahrbar machen.

Die Hauptstrecke wird durch mehrere Nebenrouten ergänzt. In Meckenheim soll die bereits vorhandene Apfel- und Rosenroute eine solche Schleife bilden. Finanziert wird das Projekt mit Hilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz Efre. Der Förderanteil liegt bei etwa 576 000 Euro, was 80 Prozent der Gesamtkosten entspricht. 20 Prozent, etwa 115 000 Euro, muss der RVT tragen. Der Eigenanteil wird aus Spenden und Mitgliederbeiträgen finanziert. Der Mitgliedsbeitrag der Stadt Meckenheim beträgt 10 000 Euro pro Jahr. In der dreijährigen Projektlaufzeit zahlt die Stadt zusätzlich 2000 Euro pro Jahr.

Regionales Netzwerk soll aufgebaut werden

Für die Gäste der Themenradroute sollen zwölf interaktive Lernstationen den Zugang zu den Besonderheiten der Region eröffnen. Wichtig sei insbesondere auch der Aufbau einer Netzwerkstruktur, um Synergien zu nutzen, erläuterte Baumann. Auch die Beratung einer externen Agentur soll in Anspruch genommen werden, um eine Marketingstrategie zu entwickeln und die Region nach außen besser darzustellen. Bereits jetzt sei von der Bonner Agentur Schwind ein Logo entwickelt worden. Es greift die Form des Apfels auf und stellt mit einem Pfeil die Route dar. Das Konzept für die Lernstandorte wurde ausgeschrieben. Nachdem im September mit der Schwerpunktarbeit begonnen wurde, sei jetzt die Hauptroute bereits mit den Kommunen abgestimmt.

Sie verlaufe auf bestehenden Wegen und werde mit einer einheitlichen Beschilderung versehen. 24 Hofläden und drei Hofcafés liegen in ihrem Umfeld. Für die ÖPNV-Anbindung sorgen elf Bahn- und S-Bahn-Haltestellen. Sechs E-Bike-Verleihstationen des Regionalverkehrs Köln (RVK) seien integriert. Zudem gebe es einen Anbindung an den Rhein, der eine wichtige touristische Achse der Region darstelle, erläuterte Baumann.

Ab Mitte des Jahres sollen die Akteure, zum Beispiel Gastronomiebetriebe und Hotels, angesprochen werden, um ein regionales Netzwerk rund um die Apfelroute aufzubauen. Die Eröffnung des Themenradwegs sei für Mai 2019 geplant. Durchweg positiv sei die Zusammenarbeit mit den Kommunen, die sich durch schnelle Terminfindung und unkomplizierte Absprachen auszeichne, beantwortete Baumann eine Frage von Ausschuss-Mitglied Joachim Krüger. Die zusätzliche Belastung für den Meckenheimer Haushalt bemängelte Hermann-Josef Nöthen.

Dass der geplante Streckenverlauf nicht direkt an den Meckenheimer Hofläden und -cafés, etwa an der Brennerei Brauweiler in Altendorf und dem Café Landlust in Merl, vorbeiführe, kritisierte Ferdinand Koll. Die Anbindung sei „katastrophal“, erklärte er und bat darum, das Ganze noch einmal zu überarbeiten.