Meckenheimer Altstadt

Am Kirchplatz fallen die Bäume

MECKENHEIM. Baumfällarbeiten rund um die Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer sind erstes sichtbares Zeichen der bevorstehenden Neugestaltung der Meckenheimer Altstadt. Der stattliche Götterbaum auf dem Unteren Kirchplatz musste weichen, ebenso die hohen Ahornbäume an der Südseite der Kirche.

Sie hätten sich nicht leicht getan mit der Entscheidung, die Bäume zu opfern, sagen Horst Litzka, Anne Behme, Fritz Manner und Bernard Heckenbücker vom Kirchenvorstand. Doch seien die Bäume alle nicht mehr in gutem Zustand gewesen, weil die Wurzeln mehrfach gekappt werden mussten, um Schäden am Pflaster und Stolperfallen gering zu halten.

Auch der Kirschbaum, der vor dem Jugendheim am Unteren Kirchplatz steht, werde noch vor Ende des Monats und somit vor der Vogelbrutzeit gefällt. Alle Bäume sollen durch neues Grün ersetzt werden. Vorgesehen sind Buchen.

Der Neugestaltung des Kirchvorplatzes sehen die Kirchenvorstände frohen Mutes entgegen. Die neue große Freitreppe rund um die Kirche vom südlichen Querschiff bis zum Jugendheim, die abwechselnd aus Geh- und Sitzstufen bestehen und die alte Mauer und Heckenrabatte zur Hauptstraße ersetzen wird, signalisiere eine Öffnung zur Gemeinschaft und sei Zeichen des Miteinanders, sagt Heckenbücker.

Anfangs hätten sie der Treppenanlage noch skeptisch gegenüber gestanden. Doch bei den "sehr konstruktiven Gesprächen", die seit 2009 mit der Stadt und den Planern geführt worden seien, seien sie selbst vom Konzept überzeugt worden. Auch sei man ihren Wünschen entgegengekommen, betont Litzka: "Es wurde keiner über den Tisch gezogen." So werden jetzt Handläufe das Treppensteigen erleichtern. Das zunächst "unverhältnismäßige" Verhältnis von Sitz- und Gehstufen sei angepasst worden.

Auch konnten die Kirchenvorstände durchsetzen, dass der Untere Kirchplatz nicht an das Niveau des Oberen Kirchplatzes angeglichen wird, sondern als eigenständiger geschützter Raum für Veranstaltungen erhalten bleibt. So werde die Adolf-Kolping-Straße nicht zum Hohlweg. Erhalten bleiben das steinerne Wegkreuz, das "Kölnkreuz" am Unteren Kirchplatz und die Fahnenmasten vor der Kirche.

Zu den positiven Effekten der Altstadtsanierung für Sankt Johannes zähle auch, dass der barrierefreie Zugang eine geringere Steigung und ein Zwischenplateau haben wird, moderne Beleuchtungsstelen die alten Lampen ersetzen und die Bühne, die an der Südseite in die Freitreppe integriert wird, für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Auch will der Kirchenvorstand die Bauarbeiten nutzen, um auf eigene Kosten einige Sonderwünsche zu realisieren. Dazu gehören die Trockenlegung des Turms, die Verlegung von Leerrohren für Elektrokabel und die Erneuerung des Plattenbelags zwischen Kirche und Jugendheim.

Als einziges ungeklärt ist der künftige Standort eines Schaukastens auf Hauptstraßenniveau, der Passanten einen Blick auf die Bekanntmachungen der Kirche erlaubt - "eine Kleinigkeit", sagt Litzka, der sicher ist, dass die Sankt-Johannes-Kirche nach der Umgestaltung noch besser zur Geltung kommen und ein zentraler Anziehungspunkt der Altstadt bleiben werde. Während der Bauarbeiten, die im Zuge des ersten Bauabschnitts der Gesamtmaßnahme im Frühjahr starten sollen, werden immer zwei Kircheneingänge und ein behindertengerechter Zugang nutzbar sein.

Das Konzept

Nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der Altstadt war 2009 das Aachener Architekturbüro "RaumPlan" mit den Detailplanungen beauftragt worden. Die Umsetzung soll noch im Frühjahr starten. Der erste Bauabschnitt wird mit 2,6 Millionen Euro von der Bezirksregierung gefördert. Er beinhaltet Maßnahmen vom Niedertorkreisel bis zur Adolf-Kolping-Straße sowie die Treppenanlage des Kirchplatzes. Der zweite große Bauabschnitt von der Adolf-Kolping-Straße bis zum Obertorkreisel soll sich anschließen.