Vertrag erhöht Ausbildungschancen

42 Schüler unterzeichnen „Meckenheimer Garantie für Ausbildung“

Auf in die nächste Runde: 42 Hauptschüler haben den MeGA-Vertrag unterzeichnet. Bert Spilles (M.), Thomas Radermacher (M. l.) und Peter Hauck (M. r.) freuen sich über den Erfolg ihres Projekts.

Auf in die nächste Runde: 42 Hauptschüler haben den MeGA-Vertrag unterzeichnet. Bert Spilles (M.), Thomas Radermacher (M. l.) und Peter Hauck (M. r.) freuen sich über den Erfolg ihres Projekts.

MECKENHEIM. Seit ihrem Start 2009 schreibt MeGA Erfolgsgeschichte: Doppelt so viele Hauptschüler wie in anderen Kommunen haben eine Ausbildung erhalten. Jetzt ist die achte Generation dran.

Die Meckenheimer Garantie für Ausbildung, kurz MeGA, geht in die achte Runde. Am Samstag haben 42 der derzeit 53 Neuntklässler der Geschwister-Scholl-Hauptschule (GSH) im Ratssaal der Stadt den Vertrag unterzeichnet, der ihnen bei entsprechenden Leistungen einen Ausbildungsplatz in einem Meckenheimer Unternehmen garantiert. Moderiert wurde die Feierstunde mit vielen Gästen von Bürgermeister Bert Spilles, Hauptschulleiter Peter Hauck und Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher, die 2009 gemeinsam MeGA ins Leben riefen.

Die drei Schulformen am Schulcampus in Meckenheim zu erhalten, sei die beste Möglichkeit eine gute Ausbildung vor Ort zu gewährleisten, sagte Spilles. Er dankte dem Stadtrat, der einhellig hinter dem Projekt MeGA stehe, das im Jahr 2011 den zweiten Platz des Deichmann-Förderpreises erhielt. Funktionieren könne das Projekt nur in einer überschaubaren Kommune, in der die Protagonisten sich kennen, betonte er.

Auch für die Betriebe ein Gewinn

Radermacher appellierte an die Schüler, „Augenmaß, Realismus und Ehrlichkeit gegenüber euch selbst“ bei der Berufswahl walten zu lassen. „Egal, wo jemand herkommt, wichtig ist, wo er hin will“, sagte er und betonte: „Ihr müsst die ausgestreckten Hände, die wir euch reichen, auch ergreifen und eure Chance nutzen.“ An die Unternehmer gewandt: „Nur dank euch funktioniert MeGA.“ Hauck legte die beeindruckende Bilanz des Projektes vor. Seit 2010, dem Jahr, in dem die erste MeGA-Generation die Schule abschloss, seien 270 GSH-Schüler verabschiedet worden. 160 davon, also etwa 60 Prozent, haben einen Ausbildungsplatz im dualen System angetreten – „im Vergleich zu anderen Kommunen, wo die Rate bei etwa 30 Prozent liegt, ein großer Erfolg“.

Dass MeGA auch für die Meckenheimer Betriebe ein Gewinn sei, erklärten Kreissparkassen-Regionaldirektorin Sonja Schallenberg, Sängerhof-Chef Wilhelm Ley und Dachdeckermeister Martin Weihsweiler. „Wir machen gute Erfahrungen auch mit Auszubildenden, die nicht vom Gymnasium kommen“, so Schallenberg: Hauptschüler mit guten Kenntnissen in Mathe, Deutsch und Politik sowie Fingerspitzengefühl im Umgang mit Kunden kommen auch für eine Banklehre infrage.

Ley berichtete von einer Auszubildenden, die im Rahmen von MeGA in sein Unternehmen kam und für die der Übergang von der Schule zum Beruf weniger hart war, weil sie zuvor bei Praktikum und Ferienjob Erfahrungen gesammelt hatte. Sie habe eine „Super-Prüfung“ abgelegt und sei übernommen worden. Weihsweiler betonte: „Das Wichtigste, um erfolgreich zu sein ist: Man muss es wollen. Ihr müsst euch ein Ziel setzen, dann erreicht ihr es auch.“