Gespräch am Wochenende: Michael Hufschmidt

„Ich möchte für alle Gesprächspartner sein“

M-Verwaltungsleiter nehmen jetzt im Erzbistum Köln Pfarrern viel Arbeit ab, indem sie sich um Personalangelegenheiten kümmern - in Meckenheim macht's Michael Hufschmidt (38). Im GAW erklärt er, warum er eine Erleichterung ist. trs*/voa*

M-Verwaltungsleiter nehmen jetzt im Erzbistum Köln Pfarrern viel Arbeit ab, indem sie sich um Personalangelegenheiten kümmern - in Meckenheim macht's Michael Hufschmidt (38). Im GAW erklärt er, warum er eine Erleichterung ist. trs*/voa*

Meckenheim. Seit dem ersten Oktober hat die Pfarreiengemeinschaft Meckenheim mit Michael Hufschmidt einen Verwaltungsleiter. Der 38-Jährige im Gespräch über seine Aufgaben und Ziele.

Ist die Tätigkeit eines Verwaltungsexperten in den Gemeinden notwendig?

Michael Hufschmidt: Ja. Denn bisher wurden zu viele Ressourcen in der Seelsorge durch die Verwaltung gebunden. Wenn man die Pfarreiengemeinschaft Meckenheim betrachtet, so ist sie mit ihren rund 75 Mitarbeitern einem mittelständischen Unternehmen vergleichbar. Dazu gehören nicht nur ein zentrales Pfarrbüro, sondern auch fünf Kirchengemeinden, ein Verbund von sieben Kindertagesstätten und eine öffentliche Bücherei. Da muss nicht nur innerhalb der einzelnen Einrichtungen die Organisation funktionieren, sondern auch zwischen den Einrichtungen.

Könnten Sie ein Beispiel nennen?

Hufschmidt: Von den Kitas gehören fünf dem Gemeindeverbund an und zwei befinden sich in der Trägerschaft der Caritas. Die Kooperation zwischen Caritas und den kirchlichen Kitas ist eng, muss aber auch gepflegt werden. Das gehört unter anderem zu meinen Aufgaben.

Welche weiteren Aufgaben nehmen Sie wahr?

Hufschmidt: Ich organisiere Dienstbesprechungen, habe die Personalplanung und deren Entwicklung im Blick, organisiere das Pfarrbüro, bereite Sitzungen der Gremien vor und nach und unterstütze die Ehrenamtlichen in ihren Aufgaben vor Ort. Aktuelles Beispiel: In einer unserer Kitas muss die gesamte Heizungsanlage ausgetauscht werden. Ich treffe die erforderlichen Absprachen zwischen Rendantur (Rechnungswesen), Kirchengemeindeverband, Firmen und der Tageseinrichtung. Außerdem spreche ich unter anderem die Anzahl unserer Kita-Plätze mit dem Jugendamt und dem Diözesan-Caritasverband ab und muss bei den Kitas die Personalplanung mit den Finanzen in Einklang bringen.

Ist die Tätigkeit bei einem kirchlichen Arbeitgeber für Sie etwas Neues?

Hufschmidt: Nein. Seit 17 Jahren bin ich in kirchlichen Diensten mit Stationen bei der kirchlichen Zusatzversorgungskasse (KZVK) sowie bei einem Kirchengemeindeverband und zuletzt rund sechs Jahre als Verwaltungsleiter und Geschäftsführer der Stiftung des Aloisiuskollegs in Bonn tätig. Als das Erzbistum Köln die Stelle ausschrieb, habe ich mich beworben und wurde genommen. Köln hat mich in Meckenheim eingesetzt. Ich freue mich, dass es hier in der Region geklappt hat, da ich ursprünglich aus Rheinbach stamme und die Gegend kenne.

Weshalb haben Sie sich für die Kirche als Arbeitgeber entschieden?

Hufschmidt: Mir war und ist es wichtig, in der Kirche vor Ort meinen Beitrag zu leisten. In meiner Kindheit und Jugend bin ich als Messdiener und im Kinderchor, als Erwachsener als Lektor in Bad Münstereifel aktiv tätig gewesen. Nach dem Abitur 1999 habe ich überlegt, wie ich mein Engagement in der Kirche auch beruflich nutzen kann. Der Bereich Verwaltung kam meinem Interesse sehr entgegen und so habe ich mich für eine Ausbildung als Verwaltungsfachwirt für den kommunalen Verwaltungsdienst bei der KZVK entschieden. Und anschließend bin ich beruflich bei der Kirche geblieben.

Was möchten Sie als Verwaltungsleiter in Meckenheim verändern und verbessern?

Hufschmidt: Ich möchte für alle ein verlässlicher Gesprächspartner sein. Dazu gehört eine Professionalisierung der Kirche vor Ort. Wir müssen die Organisation des Gemeindeverbandes so strukturieren, dass sie Mitarbeitern und Ehrenamtlichen gerecht wird und die Seelsorge im Fokus stehen kann. Veränderungsprozesse müssen für alle transparent sein. Dazu gehören auch Gespräche mit Mitarbeitern. Alle diese Aufgaben musste bisher Pfarrer Reinhold Malcherek alleine bewältigen. Dadurch, dass die Aufgaben jetzt aufgeteilt sind, kann er sich als leitender Pfarrer wieder verstärkt um die Seelsorge kümmern.

Das Erzbistum hat ja bisher rund 85 weitere Verwaltungsleiter eingestellt. Haben Sie Kontakt zu Ihren Kollegen?

Hufschmidt: Mit den Kollegen aus der Region wie in Swisttal, Wachtberg und Euskirchen tausche ich mich schon regelmäßig aus. Die Vernetzung der Verwaltungsleiter untereinander wird vom Generalvikariat gefördert, da Köln auch regelmäßige Treffen organisiert. Da manche Kollegen fachfremd sind und beruflich zum Beispiel aus der Privatwirtschaft oder dem Bankenwesen kommen, hat das Bistum für Neueinsteiger eine Qualifizierung für Verwaltungsleiter entwickelt, damit potenzielle Neueinsteiger in der kirchlichen Verwaltung geschult werden.