Kultur in Meckenheim

„Das simple Leben lebe, wer da mag!“

Für eine literarisch-musikalische Begegnung mit den Werken Bertolt Brechts sorgte am Freitagabend das Trio "LiteraTon" in der Meckenheimer Friedenskirche. Texte des Dramatikers und Lyrikers kombinierten Doris Meyer, Stephan Lindemeier (M) und Bernhard Lückge mit Chansons von Kurt Weill, Hanns Eisler und anderen Komponisten, die durch den Schöpfer der "Dreigroschenoper" inspiriert wurden.

Für eine literarisch-musikalische Begegnung mit den Werken Bertolt Brechts sorgte am Freitagabend das Trio "LiteraTon" in der Meckenheimer Friedenskirche. Texte des Dramatikers und Lyrikers kombinierten Doris Meyer, Stephan Lindemeier (M) und Bernhard Lückge mit Chansons von Kurt Weill, Hanns Eisler und anderen Komponisten, die durch den Schöpfer der "Dreigroschenoper" inspiriert wurden.

Meckenheim. Das Trio „LiteraTon“ nähert sich in der Meckenheimner Friedenskirche mit Texten und Chansons dem Schriftsteller Bertolt Brecht an.

Für eine literarisch-musikalische Begegnung mit den Werken Bertolt Brechts sorgte am Freitagabend das Trio „LiteraTon“ in der Meckenheimer Friedenskirche. Texte des Dramatikers und Lyrikers kombinierten Doris Meyer, Stephan Lindemeier und Bernhard Lückge mit Chansons von Kurt Weill, Hanns Eisler und anderen Komponisten, die durch den Schöpfer der „Dreigroschenoper“ inspiriert wurden.

Das etwa einstündige Programm „Das simple Leben lebe, wer da mag!“ wusste dabei vor allem durch seine melancholisch-nachdenkliche Qualität zu überzeugen, die Anregung zur Auseinandersetzung mit Politik, Krieg und Leid ist. Damals wie heute.

Der Biographie Brechts entsprechend, rückten die von Meyer rezitierten Texte vor allem die Auseinandersetzung des 1898 in Augsburg geborenen und 1956 in Ost-Berlin verstorbenen Künstlers mit der Zeit des Nationalsozialismus in den Vordergrund. Exemplarisch dafür steht das Gedicht „An die Nachgeborenen“, eine Art Vermächtnis, das Brecht in den 30er Jahren im Exil in Dänemark geschrieben hat. Auch das Zusammenspiel von Bariton Lindemeier und Pianist Lückge glich einer Expedition in die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Für Heiterkeit sorgten hingegen Anekdoten über die Männerfeindschaft zwischen Brecht und Thomas Mann (1875-1955). So soll Brecht Mann regelmäßig als „Kurzgeschichtenschreiber“ verspottet haben, während Mann Brecht nur mit den Worten „Das Scheusal hat Talent“ loben wollte.

Für den Auftritt in der Friedenskirche war „LiteraTon“ bereits zum dritten Mal einer Einladung des Meckenheimer Bürgervereins gefolgt. Das Trio konzipiert seine Programme selbst. Dazu gehören auch literarisch-tonale Soirees zu Erich Kästner und Kurt Tucholsky.

Mit „Das simple Leben lebe, wer da mag!“, möchten sie, wie Meyer auf der Bühne verriet, auf die „wundervolle Musik“ aufmerksam machen, die durch die Werke Brechts entstanden ist. Der Schriftsteller pflegte einen engen Kontakt mit den Komponisten, die seine Stücke vertonten.