Kinderbetreuung in Hersel, Uedorf und Widdig

Zusätzliche Kita für die Bornheimer Rheinorte

Die Nachfrage übersteigt das Angebot: In Hersel soll deshalb ein neuer Kindergarten mit bis zu 50 Plätzen gebaut werden.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot: In Hersel soll deshalb ein neuer Kindergarten mit bis zu 50 Plätzen gebaut werden.

Bornheim. Die Stadt Bornheim sucht ein Grundstück und einen Träger, der eine neue Kita für Hersel, Uedorf und Widdig in drei Gruppen aufbaut.

188 Kindergartenplätze stehen in den Bornheimer Rheinorten Hersel, Uedorf und Widdig zur Verfügung – doch die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt „Weltentdecker“, der katholische Kindergarten St. Aegidius und der städtische Kindergarten an der Römerstraße in Widdig werden mit Anfragen der Eltern nach einem Kita-Platz geradezu überschwemmt.

Die Zahlen, die jetzt im Jugendhilfeausschuss vorgelegt wurden, sprechen für sich: Auf die 33 im Sozialraum Hersel, Uedorf und Widdig zur Verfügung stehende U 3-Plätze kamen im Kindergartenjahr 2015/2016 166 Anmeldungen für Kinder unter drei Jahren, was einer Angebotsquote von 20 Prozent entspricht. Für 236 über dreijährige Kinder standen 155 Ü 3-Plätze zur Verfügung, womit eine Angebotsquote von 66 Prozent erreicht wurde. Bei der Berechnung wurde ausschließlich das Platzangebot in den örtlichen Kindergärten erfasst. Hinzu kommt im U 3-Bereich allerdings noch die Kindertagespflege, in der derzeit 13 Betreuungsplätze von drei Tagespflegepersonen angeboten werden.

Obwohl die Analyse das Defizit an Betreuungsplätzen belegt, gehen laut Vorlage Anfragen nicht in der Intensität bei der Verwaltung ein, wie die ermittelte Angebotsquote vermuten lässt.

Areal soll 1500 bis 2000 Quadratmeter groß sein

Daher wurde untersucht, wie viele Kinder aus den Rheinorten Kitas außerhalb des Bornheimer Stadtgebietes besuchen. Ob die ermittelten 23 Kinder (im gesamten Bornheimer Stadtgebiet sind es 42) freiwillig oder aufgrund des mangelnden Platzangebotes in außerstädtischen Kindergärten angemeldet wurden, ist nicht ersichtlich.

Fest steht, dass sich die Lage in den kommenden Jahren ohne zusätzliche Kita kaum entspannen wird. Denn neben dem Zuzug von Flüchtlingsfamilien wird vor allem das geplante neue Baugebiet, das voraussichtlich 2018/19 fertiggestellt werden soll und 150 Wohneinheiten bietet, die Situation verschärfen. Der prognostizierte Kinderanteil für das Wohngebiet geht von 21 Kindern zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr aus.

All dies bewegte die Bornheimer Politik zum Handeln. Einstimmig beauftragte der Jugendhilfeausschuss die Verwaltung mit der Planung einer neuen Tageseinrichtung für Kinder in den Rheinorten. Empfohlen wird, eine dreigruppige Kindertageseinrichtung in freier Trägerschaft in der Ortschaft Hersel zu schaffen. Dabei sollen 18 Plätze für U 3-Kinder und 27 bis 32 Plätze für Ü 3-Kinder entstehen.

Nachdrücklich bat Bürgermeister Wolfgang Henseler die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses sowie die Ortsvorsteher und Bewohner der Rheinorte, bei der Suche nach einer geeigneten Fläche behilflich zu sein. Benötigt wird ein Grundstück von 1500 bis 2000 Quadratmetern Größe. Bei den städtischen Flächen biete sich nichts Konkretes an, erläuterte Henseler. „Daher sind wir dankbar für jeden Vorschlag, den wir prüfen können.“ Zwar sei es auch möglich, im geplanten Neubaugebiet eine Fläche zu schaffen. Dies sei aber erst mittelfristig möglich. „Wenn es schneller gehen soll, dann benötigen wir ein anderes Grundstück.“ Auch ein Träger muss noch gefunden werden.