Jugendschutz in Bornheim

Wasser, belegte Brötchen und gute Argumente

Im Jugendbus der Stadt Bornheim kann bei den Zügen Alkohol gegen Pizza eingetauscht werden. FOTO: DPA

Im Jugendbus der Stadt Bornheim kann bei den Zügen Alkohol gegen Pizza eingetauscht werden. FOTO: DPA

Bornheim. Die Aktion „Keine Kurzen für Kurze“ will einmal mehr in Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsamt, Gewerbetreibenden, Karnevalsvereinen und Eltern für das Thema Suchtprävention sensibilisieren.

Auch 2017 wird der städtische Jugendschutz die tollen Tage des Straßenkarnevals im Bornheimer Stadtgebiet mit vielen Aktionen begleiten. Im jüngsten Jugendhilfeausschuss wurde die Fortführung und Weiterentwicklung der suchtpräventiven Maßnahmen beschlossen. Einmal mehr wird die Aktion „Keine Kurzen für Kurze“ in Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsamt, Gewerbetreibenden, Karnevalsvereinen und Eltern in die Öffentlichkeit getragen. Botschafter der Aktion sollen wie gehabt die Bornheimer Tollitäten sein.

Darüber hinaus wird an der bewährten Bollerwagenaktion festgehalten, an der sich in diesem Jahr 14 hauptamtliche Mitarbeiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie sieben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligt hatten. Die Bollerwagenaktion wurde bei den Karnevalszügen in Sechtem und Roisdorf umgesetzt, indem die Jugendlichen mit Wasser, Tee und belegten Brötchen versorgt wurden. Der Jugendbus bot zusätzlich die Möglichkeit, Alkohol gegen Pizza einzutauschen. In Waldorf war die Aktion mit einem Pavillon vertreten. Im Mittelpunkt steht die positive Ansprache der Jugendlichen.

Während die meisten die Angebote dankbar annahmen, waren Mitarbeiterinnen erstmals auch negativen Reaktionen ausgesetzt. Möglicherweise sei dies der räumlichen Nähe der Ordnungskräfte zu der Aktion geschuldet gewesen, heißt es im Bericht des präventiven Jugendschutzes. Den Jugendlichen sei es schwergefallen, die unterschiedliche Haltung und Vorgehensweise der Akteure zu erkennen. Ein Mitarbeiter wurde von einem Jugendlichen angespuckt, eine Mitarbeiterin verbal angegriffen.

Eine grundsätzlich höhere Gewaltbereitschaft der Jugendlichen konnte Katja Cîmpean, die im Jugendamt für die Jugendarbeit und den Jugendschutz zuständig ist, auf Nachfrage aus dem Ausschuss nicht bestätigen. Eher das Gegenteil sei der Fall. In Sechtem habe man das Personal sogar reduzieren können, nannte sie ein Beispiel.

Dennoch sei der Alkoholkonsum besonders bei großen Ansammlungen von teilweise sehr jungen Jugendlichen noch immer besorgniserregend, weshalb die ehrenamtlichen Mitarbeiter nach wie vor sinnvolle Arbeit leisteten.

Auch im Karneval 2017 soll die Bollerwagenaktion mit leicht verändertem Angebot in Sechtem, Kardorf und Waldorf stattfinden. Für Mitarbeiter wird es im Vorfeld eine Schulung geben.

Als Suchtpräventionsmaßnahme an Schulen wird in der kommenden Session die Null-Promillo-Bar wieder in mindestens einer Bornheimer Schule aufgebaut, und die Schüler werden entsprechend mit einem Workshop darauf vorbereitet.