Erste Pläne liegen neun Jahre zurück

Vom Suti-Markt zum Einkaufscenter in Roisdorf

Bornheim-Roisdorf. Am Donnerstag öffnet der letzte Gebäudeteil des Ladenkomplexes an der Schumacherstraße in Roisdorf. Wie viel Geld in das Projekt investiert wurde, wollen die Verantwortlichen nicht sagen.

„Einkaufszentrum für Roisdorf“: So lautete eine Überschrift in der Ausgabe des General-Anzeigers am Donnerstag, 14. Januar 2010. Der Artikel handelte dann von den Plänen, auf der Fläche zwischen den Eisenbahnschienen und der Bonner Straße, damals war dort noch ein Toom-Markt, eben ein Shoppingcenter zu bauen. Am kommenden Donnerstag, fast neun Jahre später, ist dieser Plan vollendet. Mit einem großen Fest wird die Eröffnung des letzten Gebäudeteils des Suti-Centers gefeiert. Nachdem der neue Rewe-Markt bereits im November 2016 und der sich daran anschließende Gebäudeteil im September 2017 eröffnet wurden, geht der Bau des Suti-Centers nun seinem Abschluss entgegen.

„Wir sind froh, wenn alles fertig ist“, sagt Marcus Schmitz aus der Geschäftsführung der Firma Suti Immobilien, dem Bauherren und Betreiber des Einkaufszentrums. War zunächst ein Investor am Bau des Objekts interessiert, hat Suti Immobilien das Projekt letztlich in Eigenregie umgesetzt. Vor Jahren war in diesem Zusammenhang von einer Investition in Höhe von 30 Millionen Euro die Rede. Wie viel Geld es letztlich geworden ist, wollen die Verantwortlichen nicht verraten.

Die Verantwortlichen, das sind neben Schmitz Andrea Sutorius und ihr Vater Gerd Sutorius. Dieser war es auch, der in dem Bereich, in dem heute das Einkaufszentrum steht, am 28. Oktober 1968 den ersten Suti-Markt eröffnete. Viele Jahre diente das Geschäft als Lebensmitteleinzelhändler zur Versorgung der näheren Umgebung. Auf diesen folgten 1977 ein Neubau, eine Erweiterung 1988 und nun das fertiggestellte große Einkaufszentrum.

Gegner befürchteten negative Auswirkungen auf den umliegenden Handel

Ursprünglich war es als ein Baukörper geplant. Nun teilt sich das Einkaufszentrum in zwei Bereiche links und rechts der Schumacherstraße. Vom Parkdeck führt eine Fußgängerbrücke über die Schumacherstraße in den anderen Gebäudeteil, der Straßenabschnitt darunter ist nun eine kleine Fußgängerzone und für den Verkehr gesperrt. Apropos Schumacherstraße: Das Gerangel um den Kauf der Straße durch Suti Immobilien ist eine von mehreren Episoden im Streit um das nicht unumstrittene Einkaufszentrum.

Von Beginn an wurde das Projekt von Protesten aus der Bürgerschaft und teils harter Kritik aus den Reihen der Politik – vor allem von der FDP, den ABB und Teilen der CDU – begleitet. Auch gab es ein letztlich gescheitertes Bürgerbegehren gegen den Verkauf städtischer Grundstücke zum Bau des Einkaufszentrums. Gegner des Einkaufszentrums befürchten unter anderem negative Auswirkungen auf den umliegenden Handel, Anwohner wiederum Lärm und zusätzlichen Verkehr.

Juristische Verfahren führten schließlich dazu, dass das Oberverwaltungsgericht Münster im Frühjahr 2017 den zugrundeliegenden Bebauungsplan aufhob. Nun muss die Stadt in Sachen Umwelt- und Lärmschutz an der Bonner Straße nacharbeiten. Trotzdem durfte weitergebaut werden. „Die Baugenehmigung ist weiterhin gültig“, so Schmitz. Mit Blick auf Kritik aus der Anwohnerschaft meint er, dass man sich mit 99 Prozent der Nachbarn gut verstehe.

Wenn am Donnerstag Bürgermeister Wolfgang Henseler zur offiziellen Eröffnung schreitet, wird das Einkaufszentrum aus rund 20 Geschäften bestehen: vom Elektronikladen über Lebensmittel- und Bekleidungsgeschäfte bis zu etwa Angeboten aus dem Gesundheitsbereich sowie einer Fahrschule. Dazu kommen bald eine Post-Partnerfiliale, ein Textildiscount und ein Eiscafé. Wenn das passiert ist, sind noch zwei Flächen im Einkaufszentrum frei. Aber für diese gebe es auch bereits Ideen, so Schmitz.