Netzausbau bis 2020

Telekom will in Bornheim Glasfaserkabel verlegen

Solche Glasfaserkabel sollen in Bornheim bis zum Wohnhaus verlegt werden.

Solche Glasfaserkabel sollen in Bornheim bis zum Wohnhaus verlegt werden.

Bornheim. Die Telekom hat in Bornheim ihre aktuellen Planungen vorgestellt. Noch in diesem Jahr soll es mit der Verlegung von Glasfaserkabeln losgehen, die Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde bieten sollen.

Einen schmalen Schacht fräst die Maschine in den Straßenbelag, um Platz zu schaffen für neue Glasfaserkabel. Trenching nennt sich dieses Verfahren, das beim Breitbandausbau Zeit und damit auch Kosten sparen soll. Rund 800 Meter schafft das Gerät an einem Tag. Mit konventionellen Tiefbauverfahren lassen sich täglich nur etwa 80 Meter ausheben.

Mit dieser Methode soll in Bornheim die Verlegung von Glasfaserleitungen schnell umgesetzt werden. Dazu hat die Telekom in der vergangenen Woche in der Brunnenallee in Roisdorf eine Teststrecke gefräst. Die Ergebnisse der bisherigen Planungen haben Vertreter des Unternehmens in der vergangenen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Bornheim vorgestellt.

Voraussetzung, damit die Deutsche Telekom in Bornheim investiert, war eine Mindestanzahl an Vertragskunden für den ersten Ausbaubereich – bestehend aus Bornheim-Ort, Brenig, Dersdorf, Hersel, Roisdorf, Uedorf sowie die Gewerbegebiete in Bornheim-Süd und Hersel. 1500 Haushalte hatte sich das Unternehmen vorgenommen, bis Ende November meldeten sich 1800 Interessenten. Nun plant die Telekom noch in diesem Jahr 311 Kilometer Glasfaser zu verlegen, 110 Kilometer davon müssen im Tiefbau verlegt werden.

Künstliche Intelligenz erkennt Hindernisse

Ein Großteil dieser Strecke soll mit der Trenching-Methode realisiert werden. „Wenn Trenching nicht angewendet wird, wird es teurer und länger dauern“, erklärt Stefan Bonato, Leiter für Automatische Planung und Projektierung bei der Telekom. Basierend auf den Daten eines Messfahrzeuges, das die Straßen bereits gescannt und den Oberflächenbelag erfasst hat, ermittelt ein spezielles System die jeweilige Variante für die entsprechenden Straßen. Mittels Künstlicher Intelligenz (KI) erkennt das System Bäume und andere Hindernisse für die Verlegung. „Das System mit KI arbeitet kostenorientiert und berechnet Risiken und Kostensteigerung“, so Bonato.

Aktuell bereitet das Unternehmen die Anträge für die Tiefbauarbeiten an die Stadt Bornheim vor. Bis Ende des Jahres sollen die reinen Bauarbeiten abgeschlossen sein. 2020 soll schließlich das System aufgebaut werden, voraussichtlich ab Frühjahr können die Anwohner das schnelle Internet nutzen.

„Bornheim ist bisher recht gut aufgestellt“, sagt Bonato. Die Stadt verfügt zwar schon über ein Glasfasernetz, jedoch reichen die Kabel nur bis zu Verteilerkästen auf den Bürgersteigen. 2016 hatte die Stadt gemeinsam mit dem Anbieter Netcologne rund 45 Kilometer Leitungen verlegen lassen. Von den Verteilerkästen führen Kupferkabel in die Wohnungen.

Ein Gigabit pro Sekunde

Mit einer direkten Glasfaserverbindung in die Wohnhäuser und Wohnungen – kurz FTTH genannt – sollen Datenübertragungen mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde (1000 MBit/s) möglich sein. Bornheim wäre damit die erste Kommune im Rhein-Sieg-Kreis. „Es ist eine Chance für die Stadt, eine gute Qualität und eine zukunftsfähige Leitung zu bekommen“, findet Bonato.

Für die Tiefbauarbeiten hat die Telekom zwei Tiefbaufirmen sowie eine Spezialfirma aus den Niederlanden engagiert. Die Gräben werden mit einer Tiefe von 40 bis 50 Zentimetern gefräst. Nur bei Kopfsteinpflaster kann die Maschine nicht zum Einsatz kommen, hier müssen die Schlitze in der klassischen Tiefbauweise ausgehoben werden. Die Arbeiten sollen abschnittsweise erfolgen. „Die Sperrungen werden flexibel gehandhabt und individuell geregelt“, erklärt der Erste Beigeordnete Manfred Schier. Über die schmalen Gräben, die beim Trenching entstehen, sollen Anwohner auch mit dem Pkw fahren können.

Die übrigen Ortschaften kommen in einem zweiten Ausbauschritt an die Reihe – vorausgesetzt, es melden sich auch hier ausreichend Interessenten. Die Vermarktung des zweiten Areals plant die Telekom noch für dieses Jahr. Wann die Informationsmobile in Bornheim halten sollen und wie viele Abonnenten für den Ausbau gewonnen werden müssen, konnte Bonato noch nicht mitteilen. In beide Ausbauphasen investiert das Bonner Unternehmen jeweils einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Weitere Infos im Internet auf www.bornheim.de.