Premiere in Rösberg

Szenenapplaus für "Wunder von Bornheim" im Volxtheater

Wandlungsfähiges Volxtheater Rösberg: „Das Wunder von Bornheim“ spielt im Vorgebirge, aber auch in Rom, Athen und Kairo.

Wandlungsfähiges Volxtheater Rösberg: „Das Wunder von Bornheim“ spielt im Vorgebirge, aber auch in Rom, Athen und Kairo.

Bornheim. Gelächter und immer wieder Szenenapplaus erhielten die zwölf Schauspieler des Volxtheaters Rösberg bei der Premiere ihres Stückes „Das Wunder von Bornheim“. Insgesamt sechs Mal ist die Komödie zu sehen, alle Aufführungen sind komplett ausverkauft.

Es ist der 14. April 1744 mitten auf dem Bornheimer Marktplatz. An Ständen werden Gemüse und Wein feilgeboten. Doch der Bornheimer Wein schmeckt nicht, weil die Qualität des Bodens nicht mehr ausreicht. Der Anbau von Spargel soll den Wein ersetzen, so die Vorstellung des Bornheimers Johann Beausoleil alias Christof Ernst – eine Idee, die bei den Anderen auf Ablehnung stößt.

Gelächter und immer wieder Szenenapplaus erhielten die zwölf Schauspieler des Volxtheaters Rösberg bei der Premiere ihres Stückes „Das Wunder von Bornheim“ für ihre witzig-derbe Sprache und ihre gekonnte Mimik. Eigentlich sind es mehrere Wunder, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Zum einen ist da der Spargel als Hoffnungsträger für mehr Aufschwung, zum anderen gibt es um die beiden Pflegetöchter von Johann Beausoleil, die gravierende Unfälle unbeschadet überstehen. Die neunjährige Charlotte – hervorragend gespielt von Kira Muß, der Tochter von Regisseur Marcel Höfs – fällt in einen Brunnen, ihre ältere Schwester Klara wird bei einer Auseinandersetzung zwischen Pfarrer und Bürgermeister durch den Schlag mit einer hölzernen Taube versehentlich getroffen und spricht plötzlich Vürjebirchs-Platt. Sind das Wunder?

Der Pfarrer will dies abklären lassen und schickt Johann Beausoleil und seinen Sohn Kaspar (Gregor Loedel) als Delegation auf die Reise. Zunächst geht es nach Rom: Sie sollen beim Papst die Anerkennung des Bornheimer Wunders erlangen – und dann nach Athen und Kairo. Dort sucht das Duo nach dem königlichen Gemüse. Geschrieben haben die Komödie wie immer Christof Ernst und Maria Hirsch. Wie die Namenswahl „Beausoleil“ – Vater und Sohn führen in ihren Rollen durch die Szenen – schon verdeutlicht, ist das Stück eine Fortsetzung der allerersten Inszenierung „Weiber-Fast-Nacht“ von 2004.

Die zehn Schauspieler schlüpfen in insgesamt 32 unterschiedliche Rollen. „Das ist den diversen Schauplätzen geschuldet. Die Kulisse, ein Marktstand, bleibt das verbindende Element der Szenen. Mit wechselnden Waren, Farben, Dialekten und Kostümen werden die Ortswechsel dargestellt“, erklärte Ernst. Sechs Mal ist das „Wunder von Bornheim“ zu sehen „Wir sind in allen Aufführungen komplett ausverkauft. Innerhalb einer Woche waren dieses Mal die Karten weg“, freute sich Ernst.

Schon die erste gesangliche Einlage über Bornheim und Hemmerich von Musiker Rainer Jüssen, der während des Stücks die Begleitung am Keyboard innehatte, sorgte in der Anfangsszene für kräftige Lacher und spontanen Applaus des Publikums. „Unser Anspruch ist es, Theater aus der Region für die Region zu machen“, machte Ernst deutlich. Es ist das siebte selbst ausgedachte Werk des Autorenduos Ernst/Hirsch. Neun Monate haben beide intensiv an der Komödie gearbeitet. Zum ersten Mal dabei sind Kira Muß (9) und die 24-jährige Lisa Reimschüssel. Beide spielten ihre Rollen am Samstag locker und souverän.