Leinpfad in Bornheim

Stadt will Sperrung wieder aufheben

Das Rheinufer bei Widdig. Im Hintergrund ist die Herseler Kirche zu sehen.

15.04.2014 BORNHEIM. Umgeworfene Schilder sowie Jogger und Radfahrer, die die Absperrgitter einfach umkurvten: Die Sperrung des Leinpfads zwischen Hersel und Widdig ist vielen Spaziergängern und Anwohnern ein Dorn im Auge. Nun soll sie wieder aufgehoben werden.

Laut Bürgermeister Wolfgang Henseler hat die Verwaltung im Gespräch mit Gutachtern eine Lösung gefunden, um den Weg wieder freizugeben: Die Sicherheit der Spaziergänger, Jogger und Radfahrer soll dank regelmäßiger Kontrollen und eventuell weiteren Messstellen gewährleistet werden.

Damit der Leinpfad bereits über Ostern genutzt werden kann, ist zunächst geplant, die Absperrgitter beiseite zu schieben. Künftig sollen dann Schilder darauf hinweisen, dass das Ufer instabil ist und Teile der Böschung abrutschen könnten. Sie seien bereits bestellt, so Henseler. Gleichzeitig versuche die Stadt, eine langfristige Lösung für ein sicheres Rheinufer zu finden.

Wie berichtet, ist das Rheinufer von den Rheinterrassen in Widdig bis zur Einmündung in Höhe der Siegstraße in Hersel seit November gesperrt. Der Hintergrund: Gutachten hatten ergeben, dass die Standsicherheit auf rund zwei Kilometern nicht gewährleistet ist. Nach einem Termin mit der Bezirksregierung hatte die Stadt die Schutzmaßnahme ergriffen.

Für den Fall, dass es keine außergewöhnliche Belastung des Ufers durch Hochwasser oder Starkregen gebe, könnten die Wege so wieder begehbar sein, sagte Henseler. "Wir müssen auf der sicheren Seite sein, deshalb soll durch Techniker alles regelmäßig begutachtet und dokumentiert werden."

Denn: Die Stadt müsse ihrer Verpflichtung gerecht werden, reine Hinweisschilder "Betreten auf eigene Gefahr" würden nicht ausreichen. Aus diesem Grund hatte die Verwaltung diese Lösung, die die Ortsvorsteher von Widdig und Uedorf, Konrad Velten und Bernd Marx, gefordert hatten, bislang abgelehnt.

Für den Rheinuferweg und die Rheinstraße ist laut Henseler geplant, dass künftig lediglich Anwohner den betroffenen Bereich befahren dürfen - und das nur mit Fahrzeugen bis 2,8 Tonnen Gewicht. Bis zu drei Meter von der Hangkante entfernt soll zudem ein absolutes Halteverbot gelten.

Diese Maßnahmen will die Verwaltung am Dienstag, 29. April, auch im Planungsausschuss vorstellen. Für die Sitzung hatte die CDU bereits beantragt, den Leinpfad und die Zugänge vom Rheinuferweg zwischen Widdig und Hersel wieder zu öffnen und Hinweisschilder "Betreten auf eigenen Gefahr" zu installieren.

Die Bürger "warten auf eine Lösung für den offiziell gesperrten Naherholungsbereich am Rhein", so CDU-Bürgermeisterkandidatin Petra Heller in einer Mitteilung. Zudem möchte die CDU eine Gesamtplanung für das Gebiet zwischen Herseler Sportplatz und Engländerweg in Auftrag geben, um einen Wildwuchs an Projekten zu vermeiden. (Hannah Schmitt)