Einjährige Sanierung

Spielplatz in Walberberg lädt wieder zum Spielen ein

Auf dem rundumerneuerten Spielplatz: Petra Heller und Michael Landsberg.

Auf dem rundumerneuerten Spielplatz: Petra Heller und Michael Landsberg.

Bornheim-Walberberg. Das von dem Unternehmer Michael Landsberg initiierte Ehrenamtsprojekt zur Sanierung des heruntergekommenen Walberberger Spielplatzes steht kurz vor dem Abschluss. Allerdings fehlen noch 8800 Euro.

Wenn er an den Walberberger Spielplatz denke oder an ihm vorbeikomme, sei er richtig stolz, bekundet Michael Landsberg. Und dazu hat er allen Grund. Schließlich ist es seiner Initiative zu verdanken, dass die Fläche an der Ecke Kitzburger Straße/Frongasse in neuem Glanz erstrahlt. Vor rund einem Jahr sah das noch ganz anders aus. Bei einem Spaziergang war dem Unternehmer aufgefallen, in welchem desolaten Zustand das Areal war. So konnte es nicht bleiben.

„Der Platz ist fertig“, sagt der gebürtige Walberberger Landsberg nun. Möglich wurde dies, wie berichtet, dank ehrenamtlicher Helfer. Diese hatten sich nach einem Aufruf Landsbergs im sozialen Netzwerk Facebook gemeldet, um mit anzupacken. Zu Beginn seien es mehr als 80 Leute gewesen. „Der harte Kern besteht aus 40 Personen und der ganz harte Kern aus rund 20.“ Früh kam er mit der Mertener CDU-Ratsherrin und Fraktionsvorsitzenden Petra Heller in Kontakt. Sie stellte wiederum die Verbindung zur Stadtverwaltung her. „Bei Schneefall und Eiseskälte hat das erste Treffen auf dem Gelände stattgefunden“, erinnert sich Landsberg.

Aufgestellt wurden Wippen, Kletteranlagen, Tischtennisplatten und mehr

Am Ende arbeiteten die Ehrenamtlichen, die Stadt und Fachfirmen gemeinsam daran, dass aus dem heruntergekommenen Spielplatz wieder ein Kinderparadies wurde: mit Wippen, Rutschen, Tunneln, Kletteranlagen, Tischtennisplatten, Schaukeln und noch mehr. Anfang Mai wurde der erste Teil des neuen Spielplatzes eröffnet, Ende Juni dann der Rest beziehungsweise das komplette Gelände. Das Projekt sei im Prinzip abgeschlossen, so Landsberg. Allerdings seien für die ehrenamtlichen Helfer um ihn finanzielle Dinge zu regeln. Denn nach einem Telefonat mit der Stadt habe sich ergeben, dass die Spielplatzaktivisten noch 15.000 Euro zusammenbekommen müssen. „6200 Euro liegen auf einem Konto bereit.“ Es fehlen also 8800 Euro. Landsberg: „Am Ende soll für das Wohltätigkeitsprojekt die schwarze Null stehen.“

Die Stadtverwaltung hatte in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses Zahlen zum Walberberger Spielplatz vorgelegt. Anfänglich sei man davon ausgegangen, dass 135.000 Euro zur Sanierung der Anlage reichen. Weiter heißt es aber in den Ausführungen der Stadt: „Es zeigte sich schnell, dass zusätzlich zum ehrenamtlichen Einsatz der Aktivisten sowohl Fachpersonal vom Stadtbetrieb Bornheim als auch externe Fachfirmen hinzugezogen werden mussten, um die Anlagen gemäß den hohen Verkehrssicherheits-Anforderungen an öffentliche Kinderspielplätze und Spielanlagen gerecht werden zu können.“

Umfangreiche Sanierung kostete alles in allem rund 219.000 Euro

Letzten Endes schlug die durchaus umfangreiche Sanierung der Anlage nach Angaben der Stadt mit rund 219.000 Euro zu Buche. „Zieht man die bisher einbezahlten Spenden in Höhe von 75.000 Euro von den Baukosten ab, so ergibt sich absolut ein Betrag von 144.000 Euro, der damit sogar deutlich unter dem des wesentlich kleineren Spielplatzes in Widdig liegt“, teilt die Stadt mit. Zum Vergleich: Der Spielplatz in Walberberg umfasst rund 2700 Quadratmeter. Für den etwa 1000 Quadratmeter großen Spielplatz am Widdiger Lichtweg hat die Stadt nach eigenen Angaben circa 171.600 Euro ausgegeben.

Mit einem Fest am Samstag auf der Kitzburg wollen die Aktivisten nun weitere Spenden generieren, um den städtischen Haushalt zu entlasten. Ein Projekt wie dieses zeige, was alles möglich ist, meint Landsberg. Er könnte Menschen nicht leiden, die immer nur motzen und nicht selbst aktiv werden. Das Spielplatzprojekt hat die Aktiven in gewisser Hinsicht zusammengeschweißt.

Landsberg möchte noch etwas erzählen. Der Steinmetz, der sehr viel mitgearbeitet habe, sei bei einem Unfall so schwer verletzt worden, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben könne. Nun werde er umgeschult und in Landsbergs Schönheits- und Ästhetikunternehmen beginnen.

Die Helfer könnten stolz auf sich und das Projekt sein, meint Petra Heller. „Das ist ein Aushängeschild für den Ort.“