Kommentar zu verkaufsoffenen Sonntagen

Sinnloser Aktionismus

Die Königstraße wird am Sonntag für Kirmes, Junggesellenfest und Gewerbeschau gesperrt. Ob die Geschäfte offen haben, ist ungewiss

Die Königstraße wird am Sonntag für Kirmes, Junggesellenfest und Gewerbeschau gesperrt. Ob die Geschäfte offen haben, ist ungewiss

Bornheim. Die Gewerkschaft Verdi will verhindern, dass am kommenden Wochenende in Bornheim der verkaufsoffene Sonntag stattfindet. Und sie will auch alle anderen entsprechenden Geschäftsöffnungen in Bornheim dieses Jahr verhindern. Den Antrag betitelt GA-Redakteur Jörg Manhold als Aktionismus.

Die Gewerkschaft Verdi kämpft gegen die verkaufsoffenen Sonntage in Bornheim. Und zwar gegen alle noch Bevorstehenden. Nun muss man wissen, dass Verdi schon länger einen Feldzug in Sachen offene Sonntage im Allgemeinen führt. Jetzt allerdings verstärkt in der Region Köln, Bonn, Rhein-Sieg.

Hintergrund ist eine Personalie. Der neue Bezirksgeschäftsführer Daniel Kolle hat es sich zur Aufgabe gemacht, die sonntägliche Geschäftsöffnung immer dort zu verhindern, wo es juristisch möglich ist. Da reichen manchmal schon kleine formale Fehler, um vor dem Verwaltungsgericht das Nachsehen zu haben. Ob das für Bornheim am Mittwoch der Fall sein wird, dürfte spannend werden. Die Rathausjuristen sehen sich auf der Seite des Rechts.

Was die Sache an sich anbetrifft, darf man den Antrag von Verdi sehr wohl als Aktionismus betiteln. Denn erstens handelt es sich in Bornheim um eine Traditionsveranstaltung, die auch unabhängig vom verkaufsoffenen Sonntag viele Menschen anlockt, und zweitens sind fast gar keine Arbeitnehmer betroffen, weil die meisten beteiligten Geschäfte inhabergeführt sind.

Da steht also der Geschäftsinhaber selbst hinter der Theke. Angesichts von immenser Konkurrenz aus Nachbarstädten, Internet und von der grünen Wiese wäre es aber durchaus sinnvoll, dass das Gewerbe seine Leistungskraft angemessen darstellen kann.