Einigung im Schulausschuss

Sekundarschule in Bornheim wird zur Gesamtschule

Der Schulcampus in Merten: Die Martinus-Grundschule und die Heinrich-Böll-Sekundarschule befinden sich auf dem Areal an der Beethovenstraße.

Der Schulcampus in Merten: Die Martinus-Grundschule und die Heinrich-Böll-Sekundarschule befinden sich auf dem Areal an der Beethovenstraße.

Bornheim. Die Fraktionen in Bornheim sind nach langem Ringen dem Willen der Eltern gefolgt: Die Heinrich-Böll-Sekundarschule soll zur Gesamtschule umgewandelt werden. Und das schon bald.

In Bornheim wird es voraussichtlich bald eine zweite Gesamtschule geben. Der Ausschuss für Schule, Soziales und demographischen Wandel empfahl In seiner Sitzung am Dienstag dem Rat einstimmig, die Heinrich-Böll-Sekundarschule in Merten zum Schuljahr 2020/2021 in eine vierzügige Gesamtschule mit zweizügiger Oberstufe umzuwandeln.

Um die Frage, ob in Bornheim neben der Europaschule eine weitere Gesamtschule Platz hat, hatte die Politik lange gerungen. Während sich SPD, Grüne, Linke und Aktive Bürger Bornheim (ABB) klar für eine Gesamtschule in Merten entschieden hatten, konnten CDU, FDP und Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) zunächst keinen Konsens finden.

Vergangene Woche sprach sich das Dreierbündnis, das im Stadtrat eine Mehrheit hat, dann in einer gemeinsamen Presseerklärung für die Gesamtschule aus. Man wolle mit der Entscheidung für die Gesamtschule auf die steigenden Schülerzahlen sowie den Wunsch vieler Eltern reagieren, hieß es in der Mitteilung.

Beschluss im Rat fehlt noch

Nach Abstimmung mit der Bezirksregierung steht mittlerweile fest, dass diese der Umwandlung der Sekundarschule ab dem Schuljahr 2020/2021 zustimmen wird – soweit bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die Schulkonferenz der Heinrich-Böll-Sekundarschule hatte bereits im vergangenen Jahr einstimmig für die Umwandlung votiert. Jetzt fehlt noch der Beschluss des Rats am 11. Juli, damit im Herbst 2019 der Antrag zur Umwandlung bei der Bezirksregierung gestellt werden kann.

Alle Fraktionen bekräftigten im Schulausschuss, dass sie zufrieden seien, breiten Konsens für die Entscheidung gefunden zu haben. „Wir sind froh, dass die Schule die Chance bekommt, zukunftsfähig zu bleiben“, sagte Ute Krüger (SPD). Die CDU-Fraktion habe es sich nicht leicht gemacht, räumte Gabriele Kretschmer ein. „Es war ein großer Kampf, aber nun stehen wir voll hinter der Entscheidung. „An oberster Stelle steht der Elternwille“, sagte Kretschmer.

Wie Bornheims Sozialdezernentin und zweite Beigeordnete, Alice von Bülow, ausführte, soll die Sekundarschule mit dem Schuljahr 2020/2021 „auf einen Schlag“ in eine Gesamtschule umgewandelt werden. Nun müsse man daran arbeiten, den Neubau der Schule so schnell wie möglich zu realisieren. Wie berichtet, soll dieser in der Nähe der Strecke der Stadtbahnlinie 18 im geplanten Neubaugebiet Merten 18 (Me 18) entstehen.

Enge Zusammenarbeit mit der Europaschule

Da voraussichtlich erst die jetzigen fünften Klassen der Heinrich-Böll-Sekundarschule ab dem Schuljahr 2024 eine eigene Oberstufe bilden werden, wird es – wie bereits praktiziert – eine enge Zusammenarbeit mit der Europaschule Bornheim geben. „Somit ist sichergestellt, dass alle Kinder der Heinrich-Böll-Sekundarschule, die eine Qualifikation für die Sekundarstufe II erhalten, auch einen entsprechenden Platz an der Europaschule Bornheim bekommen werden“, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Für den Leiter der Heinrich-Böll-Schule, Klaus Hannak, ist die Umwandlung die richtige Entscheidung. Gleichwohl bedeute sie eine Herausforderung: Die Umwandlung habe beispielsweise den Verlust des Anspruchs auf fünf Lehrerstellen zur Folge. Auch über das Schulkonzept im Vergleich zur Europaschule müsse man sich Gedanken machen. „Wir müssen gemeinsam überlegen, wo wir kooperieren, aber auch, wo wir uns absetzen und unterscheidbar machen“, sagte Hannak. Man wolle sich weiterhin um die leistungsschwachen Schüler kümmern und die „Kleinheit“ der Schule beibehalten. Eike Brandt, Leiter der Europaschule, zeigte sich ebenfalls froh. „Wir müssen das richtige Verhältnis von Kooperation und Konkurrenz finden“, sagte Brandt.

Matthias Kabon (FDP) bat wie Kretschmer darum, das Konzept der neuen Gesamtschule beizeiten im Schulausschuss vorzustellen.