Jugendarbeit

Sechtemer Kulturraum besteht seit fünf Jahren

Feier in Sechtem: Alexandra Wolff (l.) und Lena Paschmann inszenieren den Song „Just Give Me a Reason“ der US-Sängerin Pink. Im Hintergrund: Achim Stommel.

Feier in Sechtem: Alexandra Wolff (l.) und Lena Paschmann inszenieren den Song „Just Give Me a Reason“ der US-Sängerin Pink. Im Hintergrund: Achim Stommel.

Bornheim-Sechtem. Mit einem bunten Programm wurde das sechsjährige Bestehen des Kulturraums in Sechtem gefeiert. Die Verantwortlichen hatten zudem eine gute Nachricht für ihre Gäste.

Das fünfjährige Bestehen des Sechtemer Kulturraums nutzte Stephan Langerbeins, Geschäftsführer des Evangelischen Kinder- und Jugendreferates an Sieg und Rhein und Bonn, für einen Blick in die Vergangenheit. Er datierte die Anfänge der Jugendarbeit auf das Ende des Zweiten Weltkriegs zurück. Die amerikanischen Besatzer hätten sich überlegt, was man tun könne, damit sich die Geschichte nicht wiederhole. „Man kam auf die Idee, dass es Orte brauche, an denen junge Menschen lernen, sich einzubringen, Respekt und Akzeptanz durch das Miteinander ganz unterschiedlicher Religionen und Kulturen zu erlernen“, sagte Langerbeins. Der Sechtemer Kulturraum verfolge dieses Konzept seit fünf Jahren erfolgreich, befand er.

Auch Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler, seine Stellvertreterin Petra Heller und Sechtems Ortsvorsteher Rainer Züge waren voll des Lobes für die geleistete Jugendarbeit in Sechtem, die auch über die Grenzen Bornheims hinaus Beachtung fände.

„Unsere Jugendlichen kommen nicht nur aus Sechtem, sondern aus ganz Bornheim, aus Niederkassel und Heimerzheim“, erläuterte Achim Stommel, Sozialarbeiter und Leiter des Kulturraums. Bis zu 3000 junge Menschen zwischen zwölf und 22 Jahren nutzen laut Stommel das Angebot pro Jahr. Drei Tag in der Woche ist der Kulturraum geöffnet. Die jungen Leute drehen gemeinsam Filme, spielen Theater oder veranstalten LAN-Parties. Mit einer großen Projektionsfläche ist das Kellerkino des Kulturraums ein oft besuchter Ort.

Zweiter Platz beim Leverkusener Kurzfilmfestival „2880“

Das Drehen von Filmen hat sich inzwischen zu einem Schwerpunkt bei den angebotenen Workshops herausgestellt. Im vergangenen Jahr konnte „Kurafilm“, wie sich das Team um Theaterpädagogin Mareike Osenau nennt, bereits einen zweiten Platz beim Leverkusener Kurzfilmfestival „2880“ belegen. Nur ein Punkt fehlte, um mit „Schwebeteilchen“ als Gesamtsieger im Bereich Dokumentarfilm aus dem Wettbewerb hervorzugehen. Die Jubiläumsfeier nahm das zehnköpfige Filmteam zum Anlass, die Premiere ihres neuen Kurzfilms „Meine furchtbare Schwester – Ein Heimatfilm“ zu feiern. In eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Bildern wurde die Geschichte des Judenpogroms in der Beziehung zweier Schwestern zueinander erzählt. Auch dieser Film wurde zum 2880-Festival eingereicht.

Für die Zukunft des Kulturraums wünschte sich Alexandra Wolff vom Kura-Team, „dass es personell so bleibt und dass es weiterhin so ein gutes Miteinander aller Altersgruppen gibt“. Es gehöre zum Konzept des Kulturraums, partizipativ zu arbeiten und damit alle Beteiligten in die Programmgestaltung mit einzubeziehen, so Wolff weiter.

Mit viel Musik, Filmvorführungen sowie Speis und Trank wurde bis in die frühen Abendstunden miteinander gefeiert. Auch die Zusage von Langerbeins, dass auch die nächsten fünf Jahre Bestand für den Kulturraum gesichert seien, trug zur guten Laune aller Beteiligten bei.