Bundestagsabgeordneter aus Bornheim

Sebastian Hartmann könnte neuer SPD-Chef in NRW werden

Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann (SPD).

Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann (SPD).

Düsseldorf/Bonn. Der Bornheimer Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann ist offenbar als neuer Parteichef der nordrhein-westfälischen SPD im Gespräch. Um den Fraktionsvorsitz könnte es eine Kampfkandidatur geben.

Die Suche nach einer neuen Führung für die NRW-SPD wird konkreter. Wie unsere Redaktion erfuhr, hat der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann aus dem Rhein-Sieg-Kreis, zugleich Vorsitzender der SPD Mittelrhein, gute Chancen auf den Posten des Parteichefs. Amtsinhaber Michael Groschek soll den Bornheimer als Nachfolger vorgeschlagen haben. Der 40-Jährige, der einst in Brüssel als Assistent von Martin Schulz arbeitete, zählt zum progressiven Flügel. Ambitionen auf den Vorsitz wollte Hartmann auf GA-Anfrage weder bestätigen noch dementieren. „Natürlich freue ich mich darüber, dass mein Name genannt wird.“ Ansonsten wolle er der Findungskommission nicht vorgreifen, die die personelle Neuaufstellung der NRW-SPD vorbereitet und nach Ostern erstmals tagt.

 Nach Informationen aus Parteikreisen hatte es zunächst keine ernsthaften Interessenten für den Spitzenposten gegeben – anders als beim Amt des Fraktionsvorsitzenden.Neuer Fraktionschef und damit Nachfolger von Norbert Römer soll Marc Herter werden, bisher parlamentarischer Geschäftsführer. Er stammt wie sein Vorgänger aus dem Bezirk Westliches Westfalen. Wäre der Kölner Martin Börschel zum Zuge gekommen, wäre der Bezirk Mittelrhein überproportional vertreten gewesen. Aussichtsreichste Kandidatin als Generalsekretärin ist Nadja Lüders. Geschäftsführerin soll Fraktionsvize Sarah Philipp werden. Die Beteiligten wollten sich nicht äußern. Über die Personalien entscheidet die dem Landesparteitag Ende Juni. In der Partei regt sich aber schon Widerstand gegen die Art, wie die Personalvorschläge zustande gekommen sind.

Hartmann machte in der Partei früh Karriere

Der potenzielle neue Landesvorsitzende Sebastian Hartmann kann mit 40 Jahren bereits auf eine lange politische Karriere zurückblicken. Als Jugendlicher trat der Bornheimer der SPD bei. Im Jahr 2000 kandidierte er, damals gerade 22 Jahre alt, im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis für den Landtag. In der Kreispolitik wurde er schon in jungen Jahren eine feste Größe der SPD.

Seit 1999 gehört er dem Kreistag an, seit 2005 hat er den Vorsitz im SPD-Kreisverband inne. Von 2007 bis 2014 leitete er zudem die Kreistagsfraktion. Seit der Kommunalwahl 2014 ist Hartmann Vizelandrat des Rhein-Sieg-Kreises. 2013 und 2017 zog er jeweils über die Landesliste in den Bundestag ein. Zu seinen Schwerpunkten in Berlin gehörte in seiner ersten Wahlperiode die Arbeit am Bundesverkehrswegeplan – ein Themengebiet, bei dem er auch mit dem damaligen NRW-Verkehrsminister und jetzigen SPD-Landesvorsitzenden Michael Groschek zusammenarbeitete. Auch unterstützte Groschek Hartmann im vergangenen Jahr im Bundestagswahlkampf. In der neuen Bundestagsfraktion der SPD gehört Hartmann dem Vorstand an.

Hartmann studierte Jura, schloss das Studium jedoch nicht ab. Er entschied sich für den Beruf des Organisationsberaters.