Bildung in Bornheim

Schulsozialarbeit in Bornheim soll bis 2018 weitergehen

Auch im Unterricht vertreten: Jeder Schulsozialarbeiter begleitet pro Schule zwei bis drei Klassen.

Auch im Unterricht vertreten: Jeder Schulsozialarbeiter begleitet pro Schule zwei bis drei Klassen.

Bornheim. Sie sind da, wo es gerade „brennt“: Die beiden Sozialarbeiter, die zurzeit an den den Grundschulen in Waldorf, Roisdorf, Walberberg und Bornheim im Einsatz sind.

Seit 2012 stellen Schulsozialarbeiter an Bornheimer Grundschulen nicht nur eine große Unterstützung für die Lehrkräfte, sondern vor allem eine wichtige Anlaufstation für sozial benachteiligte Kinder und deren Eltern dar.

Darüber hinaus sind sie Hauptansprechpartner, wenn es um die Beantragung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) geht. Von 2012 bis 2015 wurden die Schulsozialarbeiter zu 100 Prozent durch Bundesmittel refinanziert. Danach konnte in Bornheim die Finanzierung durch das Land NRW (60 Prozent) und die Stadt (40 Prozent) sichergestellt werden.

In Zahlen bedeutet dies: Von den 129 840 Euro Gesamtkosten für die Schulsozialarbeit übernimmt Bornheim 51 936 Euro pro Jahr. Der Anteil des Landes beträgt 77 904 Euro. Die Förderung der Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets ist durch die NRW-Landesregierung bis Ende 2018 verlängert worden. Ein Antrag auf Gewährung der Zuwendung für 2018 ist auf den Weg gebracht. Träger der Schulsozialarbeit in Bornheim ist die Katholische Jugendagentur Bonn (KJA).

Wie vielfältig und unabdingbar der Einsatz von Schulsozialarbeitern in Bornheim geworden ist, zeigte der Jahresbericht, der im Ausschuss für Schule, Soziales und demographischen Wandel vorgestellt wurde.

„Die Befristung der Stellen stellt für alle Beteiligten eine große Unsicherheit dar“, resümierte Kathrin Friedrich, die als Fachbereichsleiterin Jugendsozialarbeit der KJA gemeinsam mit Schulsozialarbeiter David Groß den Kommunalpolitikern Rede und Antwort stand. „Eine Weiterfinanzierung und Entfristung der Stellen wären absolut wünschenswert.“ Andernfalls würden sowohl in den Schulen als auch im Stadtteilbüro wichtige Ansprechpartner und Bezugspersonen fehlen.

Beratungsgespräche und Nachhilfestunden

In der Trägerschaft der KJA sind derzeit zwei Schulsozialarbeiter an vier städtischen Schulen im Einsatz: an der Waldorfer Nikolaus-Schule, der Roisdorfer Sebastian-Schule, an der Thomas-von-Quentel-Schule in Walberberg und der Johann-Wallraf-Schule in Bornheim.

Zusätzlich sind die beiden Kräfte etwa zu einem Drittel ihrer Arbeitszeit im Stadtteilbüro im sogenannten „Bunten Viertel“ in Roisdorf anzutreffen, wo sie Beratungsgespräche und Nachhilfestunden anbieten. Die Angebote an den Schulen reichen vom „Fußballrat“ über eine „Teamwork AG“ bis zur Ausbildung der Kinder zu „Streitschlichtern“ oder „Pausenengeln“, die auf dem Schulhof für Harmonie sorgen sollen.

Über die vielfältigen Projekte hinaus begleitet jeder Schulsozialarbeiter pro Schule zwei bis drei Klassen, die in Absprache mit der Schulleitung ausgewählt wurden. Dabei profitieren besonders Kinder, die viel Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigen, von der Doppelbesetzung im Unterricht.

Planbar ist der Alltag der Schulsozialarbeiter dennoch selten. Sie arbeiten bedarfsorientiert und flexibel. Regelmäßig werden sie dort eingesetzt, wo es gerade „brennt“. Etwa in Klassen, wo die Lehrerin fehlt oder die Kinder es nicht mehr schaffen, sich auf den Unterricht zu konzentrieren.

„Gerade dieser ständige Wechsel macht es uns aber auch schwer, Kontinuität in unsere Arbeit zu bringen“, erklärte Schulsozialarbeiter David Groß. Sicher sei, dass jede der vier Schulen aufgrund der gestiegenen Belastung für Lehrer und OGS-Personal einen eigenen Schulsozialarbeiter gebrauchen könnte. Daher müssten die bisher aufgebrachten finanziellen Mittel mindestens in gleicher Höhe dauerhaft und unbefristet zur Verfügung gestellt werden.