Theater-Verein „Edelweiß“

Satire-Premiere in Widdig mit großem Zulauf

Überzeugend: Die Akteure um Spielleiter Ingo Hemmersbach (2. von links).

Überzeugend: Die Akteure um Spielleiter Ingo Hemmersbach (2. von links).

Bornheim-Widdig. Der Theater-Verein „Edelweiß“ Hersel-Uedorf begeistert bei der Premiere der Satire „Der Grillclub mit dem roten Auto“. Geplant sind noch vier Vorstellungen in der Widdiger Mehrzweckhalle.

Stehende Ovationen gab es für die Schauspieler des Theater-Vereins „Edelweiß“ Hersel-Uedorf in der Widdiger Mehrzweckhalle. 200 Zuschauer verfolgten die Premiere der Feuerwehrsatire „Der Grillclub mit dem roten Auto“ in vier Akten von Carsten Lögering.

„Normalerweise ist die Premiere bei uns schlechter frequentiert als die späteren Vorstellungen. Dieses Mal war es anders. Es ist ausgesprochen gut gelaufen. Die Zuschauer hatten ihren Spaß“, freute sich denn auch der Vereinsvorsitzende Toni Breuer. Schon nach den ersten Minuten der dreistündigen, höchst professionellen Aufführung waren die ersten Lacher zu hören.

Das natürlich durch und durch fiktive Stück handelt von der Löschgruppe Uedorf, die nach dem Tod ihres Löschgruppenführers nur noch aus drei Mitgliedern besteht. „Scheißegal“ ist die Haltung der Männer und dennoch – sie lieben ihre Wehr. Dass das Trio außer Bier trinken und Grillen nichts zustande bringt, juckt niemanden. Wären da nicht der Kreisbrandmeister und die Katastrophenschutzbeauftragte, die dem Schlendrian mit einer besonderen Personalie ein Ende setzen wollen.

Eine Frau als Löschgruppenführerin muss her, deren Ernennung geradezu einen Kulturschock auslöst. Nicht nur, dass Ina Specker Bier und Fleisch ablehnt, sie krempelt die Schrumpftruppe auch rigoros um. Weitere Frauen werden zu Feuerwehrfrauen ernannt. Und spätestens bei einer internen Feuerwehrolympiade entbrennt ein Geschlechterkampf, der für die Männer zur Zerreißprobe wird.

Stück in vier Akten von Carsten Lögering

Seit drei Monaten haben die zehn Akteure des Theater-Vereins zwei Mal in der Woche geprobt. Der Erfolg konnte sich denn auch sehen lassen. Spielleiter Ingo Hemmersbach, der selbst in der Rolle des Oberbrandmeisters Knut Knollenknacker auf der Bühne steht, hatte sich nach einer Vorauswahl verschiedener Stücke für das Lustspiel über die Feuerwehr entschieden.

Dieses überzeugte offensichtlich. Immer wieder gab es Zwischenapplaus. Auch der 85-jährige Ehrenvorsitzende des Vereins Hans Kemp, der von 1950 bis 2000 in 150 Aufführungen mitwirkte und bis heute ein treuer Zuschauer jeder Inszenierung ist, lachte bei vielen Szenen Tränen.

Die Mischung aus Dummheit und Gewitztheit verkörperte Achim Raschke, der die Figur des Harry Pichler in kritischen Situationen alt aussehen ließ, hervorragend. Das galt ebenso für Feuerwehrmannanwärter Bastian Müller (David Rosse). Ein Übriges taten Sarah Hepenstrick als Bastians Freundin Tine Schmidt und „Femme fatale“ sowie Monika Hemmersbach. Diese gab mit Bravour Else Pichler, Frau des Hauptfeuerwehrmannes sowie Grill- und Getränkeexpertin, die zur Feuerwehrkameradin wird.

Souverän und stets mit einem ironischen Unterton bewies die 25-jährige Angie Schwittlick als neue Löschgruppenführerin auf coole Weise Frauenpower. Den Wandel vom kleinen Frauchen, die sich ihrem Mann unterordnet, zur selbstbewussten Frau demonstrierte Andrea Guttentag (alias Helga Knollenknacker) ausgesprochen gekonnt. Freude am Spiel war auch bei Silke Lenz-Johansen spürbar, die als Tratschtante Uedorfs über jeden im Ort Bescheid weiß und ihr Wissen für einen Kräuterlikör auch mal gerne weitergibt.

Ihre persönliche Premiere feierte Eva Weckmann als Katastrophenschutzbeauftragte Trude Hasenclever. Erst seit drei Monaten Mitglied im Verein, begeisterte die 58-Jährige bei ihrer ersten Rolle wie auch Alfons Schaaf als Kreisbrandmeister.