Haltestellen der Stadtbahnlinie 16

Rolf Beu beantwortete Fragen zum barrierefreien Ausbau

Rolf Beu (Mitte, grünes Jackett) informierte Einwohner und Kommunalpolitiker.

Bornheim-Uedorf. Die Bürger wollen Nägel mit Köpfen: Der Grünen-Landtagsabgeordnete Rolf Beu hat sich am Mittwochabend in Uedorf den Fragen der Bürger gestellt, die seit Jahren den barrierefreien Ausbau einiger Haltestellen der Stadtbahnlinie 16 fordern.

In die Debatte über die Bahnsteige der Linie, die in den Bornheimer Rheinorten und Wesseling-Urfeld nicht barrierefrei zugänglich sind, war durch einen neuen Kompromissvorschlag vor einigen Monaten wieder Bewegung gekommen.

347 Menschen mit Behinderung arbeiten in den Bonner Werkstätten in Hersel, sagte Werksleiter Joachim Nätlitz: "Sie sollten am normalen Leben teilnehmen können."

Dazu gehöre auch, dass sie eigenständig zur Arbeit kommen könnten: "Das ist aber erheblich eingeschränkt." Der barrierefreie Ausbau der Bahnsteige ist derzeit nicht möglich, weil die Stadt Bonn auf ihrem Recht besteht, die Strecke gegebenenfalls einmal als Güterverkehrsstrecke nutzen zu können. Diese Nutzung wäre nach einem Ausbau, für den die Bahnsteige erhöht werden müssten, nicht mehr möglich.

Beu, Sprecher für ÖPNV und Bahnpolitik der NRW-Landtagsfraktion, begründete die Haltung der Stadt Bonn zum einen mit der Historie, zum anderen sei die Stadt im Recht: "Das Stück ist Teil der Köln-Bonner Eisenbahn. Wenn man da Stilllegungsverkehr betreiben will, dann nach dem Eisenbahngesetz", so Beu, der auch Mitglied des Bonner Stadtrats ist. Es gebe "durchaus Rechtsansprüche der Stadt Bonn, die man nicht wegdiskutieren kann".

Bei den Bürgern der Rheinorte stieß das auf Kritik: "Sie können rechtlich alles umkrempeln, aber damit ist uns nicht geholfen. Wir müssen schon wieder warten, diesmal bis September: Dann sollten Sie schnell Nägeln mit Köpfen machen", sagte die Uedorferin Ursula Klein.

Der jüngst angestoßene Kompromiss sieht eine Lösung vor, die die Güterverkehrsoption trotz der Erhöhung der Bahnsteige beibehält. Denkbar wären etwa ein Zwischengleis oder die Möglichkeit, die Züge mit einer Weiche vorbeizuführen. Allerdings ist noch offen, ob und wie diese Lösungen finanziert werden könnten.

Noch bis September wird geprüft, ob das Interesse der Firmen, die sich nach der Offenlage im Bundesanzeiger gemeldet hatten, eine Beibehaltung der Güterverkehrsoption rechtfertigen. "Wir haben die Hoffnung, dass wir dann endlich wissen, was die Firmen konkret vorhaben", unterstrich Uedorfs Ortsvorsteher Bernd Marx.