Streit um Grundstücke

Roisdorfer Neubaugebiet sorgt für Diskussionen

Die ersten Rodungsarbeiten liefen schon am zukünftigen Baugebiet.

Die ersten Rodungsarbeiten liefen schon am zukünftigen Baugebiet.

Bornheim. Der Bebauungsplan Ro 23 in der Ortsschaft Roisdorf sorgt weiterhin für kontroverse Diskussionen im Bornheimer Rat. Harald Stadler (SPD) wirft Ratsmitglied Paul Breuer (ABB) vor, „Unwahrheiten“ zu verbreiten.

Der Tagesordnungspunkt „Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit für den Bebauungsplan Ro 23 in der Ortsschaft Roisdorf“ im Bornheimer Rat hat am Donnerstagabend im Bornheimer Rathaus für kontroverse Diskussionen gesorgt.

Harald Stadler (SPD) kritisierte Ratsmitglied Paul Breuer (ABB) „Unwahrheiten“ bezüglich der Eigentumsverhältnisse der Flächen 168 und 167, die an die geplante Zufahrt zum künftigen Neubaugebiet in Roisdorf grenzen, verbreitet zu haben (der GA berichtete). Er sprach von „Fakenews à la Trump“, die Breuer sowohl auf der ABB-Homepage als auch in Flyerform weitergegeben habe. „Ich weise diese unwahren Behauptungen entschieden zurück“, betonte Stadler und ergänzte, dass er sowohl mit der Erbengemeinschaft gesprochen habe als auch mit der Brings-Gruppe aus Bornheim, die als Investor für das geplante Neubaugebiet agiert. Darauf folgte ein „Unverschämtheit“ aus dem Publikum.

Christian Koch (FDP) versuchte, die Wogen zu glätten und intervenierte diplomatisch. „Ich halte es nicht für günstig, dass Grundstücksfragen in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Dieser Appell geht in alle Richtungen“, betonte er und ergänzte an Stadlers Adresse: „Ich halte es auch nicht für sinnvoll, das Ganze hier zu pushen.“

Da die Kritik von SPD-Mann Stadler in Richtung Breuer ging, konterte dieser direkt. „Mich ärgert es, dass der Investor sagt, er habe gewisse Dinge. Die ABB sitzt nicht hier, um alles durchzudrücken, was nicht richtig ist.“ Des Weiteren machte Breuer darauf aufmerksam, dass Stadler wohl nicht mit allen Zugehörigen der Erbengemeinschaft gesprochen habe. „Ich weiß, dass hier eine Dame im Publikum sitzt, mit der Sie nicht geredet haben.“ Ute Kleinekathöfer (SPD) konnte den Wirbel nicht nachvollziehen und verwies darauf, dass es Alltag sei, dass „nicht alle mitmachen“. „Dann werden die Grundstücke rausgenommen. Wer nicht will, muss auch nicht. Das ist noch längst kein Skandal.“

Ende Februar hatte sich Breuer mit der Erbengemeinschaft zu einem Gespräch getroffen. Darin wurde deutlich, dass die Anlieger und die ABB eine zweite Erschließungsstraße zum Baugebiet Ro 23 fordern. Bisher gibt es nur eine und die soll über die Koblenzer Straße erfolgen. Hinzu kommt, dass die betroffene Straße auch ausgebaut werden soll, weshalb sie in einen separaten Bebauungsplan (Ro 25) ausgegliedert wurde.