Nahverkehr

Roisdorfer Bahnhof soll umgebaut werden

Das Interesse an der Neugestaltung des Roisdorfer Bahnhofs sowie dessen Umfeld ist groß.

Das Interesse an der Neugestaltung des Roisdorfer Bahnhofs sowie dessen Umfeld ist groß.

Bornheim-Roisdorf. Die Bornheimer Politik bringt eine Bürgerwerkstatt auf den Weg. Allerdings ist zurzeit noch die Finanzierung des Umbaus unklar.

Dass der Roisdorfer Bahnhof und sein Umfeld keine Aushängeschilder für Bornheim sind, ist wohl nicht anzuzweifeln – ebenso wenig wie die daraus resultierende Ansicht, dass sich dort etwas ändern muss. Bald sollen Bürger, Vereine und Verbände ihre Ansichten kundtun können, wie Bahnhof, Vorplatz und die Bonner Straße verbessert werden können.

Bereits im April 2016 hatte der Bornheimer Rat die Vorbereitung einer Bürgerwerkstatt beschlossen, nun kann diese stattfinden. In den nicht-öffentlichen Teilen der jüngsten Sitzungen von Stadtentwicklungsausschuss und Stadtrat hat die Politik die Moderation und Durchführung der Werkstatt extern vergeben. Vergabeverfahren sind in der Regel nicht-öffentlich. Das heißt, es ist (noch) nicht bekannt, welches Unternehmen den Zuschlag erhalten hat und zu welchem Preis.

Wie Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler auf Anfrage des General-Anzeigers sagte, habe die Politik zudem beschlossen, dass es vor der Bürgerwerkstatt aber noch ein Treffen der Fraktionsvorsitzenden zu dem Thema geben soll. Das Treffen dieser Arbeitsgruppe sei für September geplant.

In die Bürgerwerkstatt einbezogen werden könnten nach Henselers Ansicht nicht nur einzelne Bürger, sondern auch Organisationen wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, örtliche Unternehmen, die Alanus Hochschule sowie die Bahn und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR). „Wir wünschen uns alle, dass sich so schnell wie möglich etwas tut, sind aber realistisch“, meinte Henseler.

Treffen im September

Damit spielte er auf die weiterhin fehlenden Perspektiven zur Finanzierung der Umbauarbeiten von Bahnhof und Umfeld an. Denn laut Henseler ist klar: „Aus eigenen städtischen Mitteln können wir das nicht finanzieren.“ Er hoffe in dieser Hinsicht auf die auf höheren Ebenen politisch Verantwortlichen.

In der Tat sei die Situation des Roisdorfer Bahnhofs nicht so einfach, erläuterte NVR-Sprecher Holger Klein. Als Zweckverband ist der NVR Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in der Region zwischen Aachen und dem Oberbergischen sowie für Investitionsförderung zuständig. Laut Klein gibt es beim Roisdorfer Bahnhof kein Problem mit dem Bahnsteigbereich, wohl aber mit der Zuwegung. Aus diesem Grund habe die Station nicht in den Modernisierungsoffensiven 2 und 3 der Deutschen Bahn berücksichtigt werden können.

„Im NVR-Zuständigkeitsgebiet gibt es nur eine Handvoll Bahnhöfe, die in keinem Förderprogramm sind“, sagte Klein. Darunter falle auch Roisdorf. Aktuell sei man bemüht, einen Fördertopf für die Stationen aufzutun. Davon unabhängig erhalte Roisdorf aber eine neue Radschiene. Wie berichtet, hatte die Deutsche Bahn Ende Januar die alte Metallschiene gebaut, über die Radfahrer ihr Gefährt auf den Bahnsteig schieben konnten. Als Begründung für die Demontage wurde damals eine Bauvorschrift genannt, die derartige Führungsschienen nicht mehr vorsehe. Die neue, sichere Schiene wird nun im Rahmen eines gesonderten Investitionsprogramms eingebaut.

Zugleich bestätigten sowohl die Stadt als auch der NVR die Beilegung ihres Disputs. Wie berichtet, hatte die NVR-Geschäftsführung im März mitgeteilt, dass sie die Schuld bei der Stadt sehe, dass der Bahnhof nicht barrierefrei ausgebaut werden könne. Das liege daran, dass die Stadt vor einigen Jahren dem Neubau eines Supermarkts den Vorzug gegeben habe, hieß es vom NVR weiter. Nun sei die einzige Stelle verbaut, auf der ein barrierefreier Zugang zum Bahnhof in Richtung Ortskern gebaut werden könnte, ohne zu große Kosten zu verursachen. Die Stadt hatte das vehement zurückgewiesen.

Mittlerweile hat ein Gespräch stattgefunden, an dem neben Vertretern der Stadtverwaltung und des NVR auch eine Abordnung der Alfterer Gemeindeverwaltung und der Bahn teilgenommen hat. Laut NVR-Sprecher lasse sich das Problem mit dem Supermarktstandort regeln. Bürgermeister Henseler berichtete, dass das Gespräch klärend gewesen sei.