Bernd Marx im Portrait

Rheinufer als "große Zukunftsaufgabe"

Im Poloshirt mit dem Uedorfer Wappen: Bernd Marx auf einer Bank, die durch Einsatz des Ortsausschusses saniert wurde.

BORNHEIM-UEDORF. Seit zehn Jahren ist Bernd Marx bereits Ortsvorsteher von Uedorf. Ein Parteibuch hat der 51-Jährige nicht.

In der Riege der Bornheimer Ortsvorsteher gehört Bernd Marx zu den alten Hasen. Bereits seit zehn Jahren vertritt der 51-Jährige die Anliegen der Uedorfer - zunächst für die Grünen, seit der Kommunalwahl im Mai für die CDU, aber immer ohne Parteibuch. "Ich möchte einfach für jeden ansprechbar sein, ohne in eine Schublade gesteckt zu werden", begründet Marx seine Parteilosigkeit. Das sei sowohl von den Grünen als auch von der CDU akzeptiert worden.

"Das will ich auch so beibehalten." In seinem Amt als Ortsvorsteher ist es ihm wichtig, ein offenes Ohr für die Anliegen der 900 Einwohner in Bornheims kleinstem Stadtteil zu haben. "Ich nehme die Sorgen und Nöte der Menschen ernst", betont er. "Wenn mich Bürger ansprechen, dann haben sie etwas auf dem Herzen."

Etwa die Zukunft des Leinpfads. Von November bis Juni war das Rheinufer von den "Rheinterrassen" in Widdig bis zur Einmündung in Höhe der Siegstraße in Hersel gesperrt. Gutachten hatten ergeben, dass die Standsicherheit nicht gewährleistet ist. Dass die Sperrung durch die Stadt nun aufgehoben sei, sei für Radfahrer und Fußgänger, aber etwa auch für die Stegbesitzer "elementar wichtig", findet Marx.

"Die endgültige Sanierung des Rheinufers ist eine große Zukunftsaufgabe." Hierbei sieht der Ortsvorsteher den Bund in der Pflicht. Wichtig sei, dass die Bürger bei der Finanzierung außen vor bleiben. Über die Verkehrsregelungen wie Fahr- und Halteverbote, die die Öffnung des Rheinufers begleiten, seien die Leute "nicht unbedingt begeistert." Generell sei es wichtig, die Menschen rechtzeitig zu informieren. "Wie will man sonst Verständnis wecken?"

Rechtzeitige Informationen hätte er sich etwa auch beim Trinkwasserunfall in den Bornheimer Rheinorten im April 2013 gewünscht, bei dem zu viel ätzende Natronlauge ins Leitungswasser gelangt war. "Kein Mensch wünscht sich, in eine solche Situation zu kommen."

Groß geworden ist Marx in Hersel, seit 19 Jahren lebt er nun schon in Uedorf. Zur Familie gehören Ehefrau und zwei Töchter im Alter von 23 und 20 Jahren. Beruflich zieht es Marx jeden Tag nach Köln. Der Zollbeamte arbeitet im gehobenen Dienst der Zollverwaltung Köln.

Den Großteil seiner Zeit widmet sich Marx den Anliegen in Uedorf. Da verwundert es nicht, dass er auch erster Vorsitzender des 2012 gegründeten Ortsausschusses Uedorf ist. Im Ortsausschuss habe man schon verschiedene Projekte umgesetzt, etwa die Sanierung von Sitzbänken im Ort oder der Vertrieb von Poloshirts mit dem Uedorfer Wappen.

"Der Ortsausschuss ist aber kein reiner Zusammenschluss von Vereinen", erläutert Marx. Alle Menschen, die etwas für ihren Ort tun wollen, seien eingeladen, sich im Ausschuss zu engagieren - natürlich auch Neubürger.

Dinge, die es in Uedorf anzupacken gilt, gibt es einige. Zum Beispiel hofft Marx darauf, dass der kombinierte Geh- und Radweg an der Landstraße 300 zwischen der Widdiger Haltestelle der Linie 16 und dem Herseler Friedhof realisiert wird. Die Genehmigung sei da, es hake aber mit der Ausführung durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW.

Apropos Linie 16. Was die Haltestellen in Uedorf, Widdig und Hersel betrifft, fordern Marx sowie seine anderen beiden Ortsvorsteherkollegen aus den Rheinorten einen barrierefreien Ausbau der Haltepunkte. Wie Marx sagt, habe man fast 1500 Unterschriften gesammelt. "Passiert ist nichts, und das stößt auf absolutes Unverständnis."

Blockiert wird der Ausbau durch die Stadt Bonn. Sie möchte die Strecke für möglichen Güterverkehr weiterhin offen halten, was jedoch einen barrierefreien Ausbau verhindert. "Es hängt an Bonn", sagt Marx. "Aber wir müssen sehen, dass Bewegung in die Sache kommt."