Ein geologisches Freilichtmuseum

Quarzsandgrube Brenig zur Besichtigung geöffnet

Bornheim. Abbaugebiet, Mülldeponie, Motorradrennstrecke - aus der Quarzsandgrube Brenig am Bornheimer Neuweg hätte manch Unschönes werden können.

Dass das Areal heute nicht nur Naturschutzgebiet, sondern an wenigen Tagen im Jahr auch ein eindrucksvolles geologisches Freilichtmuseum ist, hat es zum großen Teil dem Landschafts-Schutzverein (LSV) Vorgebirge zu verdanken.

Nachdem das Gebiet 1996 unter Naturschutz gestellt wurde, nahm sich 2009 der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Zukunft der Grube an und sorgte mit dafür, dass sie 2011 aus dem Bergrecht entlassen wurde.

Seit 2010 wird die Grube systematisch naturschutzfachlich entwickelt. Zudem ist das rund 20 Hektar große Gebiet Teil des einzigartigen Landschaftsprojektes "Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg", das der BUND und das Vogelschutzkomitee sowie der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge gemeinsam aufbauen und das jüngst zum zweiten Mal als UN-Dekade-Projekt für biologische Vielfalt ausgezeichnet wurde.  

Am Sonntag gewannen zahlreiche Besucher am Tag der offenen Tür anhand von Informationstafeln und bei verschiedenen Führungen einen Eindruck von der Vielfalt von Fauna und Flora, die sich seither dort angesiedelt hat.

Tiere und Pflanzen treffen in der Quarzgrube aufgrund der verschiedenen Abbaustufen auf ein dichtes Mosaik unterschiedlicher Lebensräume. "Es gibt Wasserflächen, Tümpel,  Freiflächen, Wald und Hecken, so dass für jeden etwas dabei ist",  erklärt Guido Rox vom BUND, der für interessierte Besucher eine Führung zum Thema Vögel anbot. Wolfram Kunick informierte seine Zuhörer speziell über die Vegetation.

Auf eigene Faust machte sich Monika Pidde auf den matschigen Weg durch das Gelände und hatte das Glück, einen Fuchs vor die Linse ihres Fotoapparates zu bekommen. "Das ist wirklich etwas ganz Besonderes", freute sich die Bornheimerin.

"Als Kind habe ich hier gespielt, dann kamen der Abbau und die Pläne für die Mülldeponie. Nun nutze ich die Gelegenheit mir anzuschauen, was aus dem Gebiet geworden ist", berichtete Pidde, die auch Mitglied im Landschafts-Schutzverein ist.

Neben dem bunten Standortmix ist die relativ große Ruhe ein hohes Gut in der Quarzgrube. Denn viele Vogelarten können nur dann brüten, wenn sie während der Brut- und Aufzuchtszeit völlig ungestört bleiben. "Es ist wichtig, dass das Gelände nur im Rahmen einer Führung oder am Tag der offenen Tür betreten wird", betonten Klaus Benninghaus und Klaus Schmidt vom BUND.

Aus der "Vogelperspektive" kann das Gelände jederzeit vom benachbarten LSV-Aussichtsturm beobachtet werden, der allerdings zurzeit aus statischen Gründen gesperrt  ist.