Landschafts-Schutzverein Vorgebirge

Quarzkies und Pferdehof beschäftigen LSV

Klaus Fietzek vom Landschafts-Schutzverein.

ROISDORF. Eine für den Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) erfreuliche Nachricht konnte dessen Vorsitzender Klaus Fietzek bei der Jahreshauptversammlung verkünden.

"Nachdem die Rheinischen Baustoffwerke mit der Renaturierung in Weilerswist-Nord begonnen haben, dürfte es in den nächsten Jahren weder dort noch auf dem Gelände des Sonnenhofes einen Abbau von Quarzkies geben ", teilte Fietzek bei dem Treffen im Gasthaus "Zur Gemütlichen Ecke" in Roisdorf mit.

"Die Arbeit unseres Vereins kann sich deshalb nach jahrzehntelangem Kampf gegen unsere Heimat bedrohende Abgrabungsvorhaben endlich wieder stärker auf die Vereinsziele 'Pflege und Aufwertung unserer Landschaft' konzentrieren."

Michael Pacyna, stellvertretender Vorsitzender des LSV, stellte die neuesten Entwicklungen vor und legte den Mitgliedern nahe: "Wir müssen wachsam bleiben und das Ohr weiterhin auf den Schienen halten." Die Kieswerke Rheinbach hätten angekündigt, die Ablehnung durch die Bezirksregierung Arnsberg vor den Verwaltungsgerichten anzufechten. Das betrifft auch den Regionalplan, der auch auf Bornheimer Gebiet keinen Bergbau mehr zulässt.

Auch die Verhinderung der Ansiedlung eines großen Reiterhofs am Brombeerweg im Landschaftsschutzgebiet oberhalb von Roisdorf sowie das Projekt "Obstblütenlandschaft Vorgebirge" waren auf der Versammlung Thema. Hier führte LSV-Geschäftsführer Klaus Benninghaus aus, wie es gelingen könnte, die alte, von Streuobstwiesen gekennzeichnete Kulturlandschaft wiederherzustellen.

Auf der Agenda für das kommende Jahr steht für den LSV vor allem die Prüfung der Sanierung des Wasserhäuschens in Roisdorf samt seinem Aussichtspavillon aus Stahlrohren und kunstvoll gebogenen Stahlbändern. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Häuschen, das der Bewässerung der Villa Anna diente, befindet sich in desolatem Zustand.

Bevor das Projekt in Angriff genommen werden kann, muss der LSV aber noch verschiedene verwaltungsrechtliche Fragen klären. Die Kosten der Sanierung bezifferte Klaus Fietzek auf etwa 40 000 Euro - die Eigenleistung der Mitglieder wurde hier bereits eingerechnet. "Wenn alle rechtlichen und finanziellen Fragen geklärt sind, werden wir die Mitglieder noch einmal befragen, ob sie der Sanierung des Wasserhäuschens zustimmen", kündigte Fietzek an.

Seit mehr als 38 Jahren wacht der Landschafts-Schutzverein darüber, dass die Belange des Landschafts- und Naturschutzes gegenüber anderen Interessen gewahrt bleiben. Bisher war der Verein hauptsächlich damit befasst gewesen, den Aktivitäten der Bergindustrie durch Abbau von Quarzsand und Quarzkies im Vorgebirge entgegenzutreten.