Halteverbots am Rheinuferweg in Uedorf

Plötzlich waren die Schilder da

Matthias Krines (links) und Ulrich Laurenz Vitr kritisieren die neuen Halteverbotsschilder am Rheinuferweg. FOTO: ROLAND KOHLS

Matthias Krines (links) und Ulrich Laurenz Vitr kritisieren die neuen Halteverbotsschilder am Rheinuferweg.

BORNHEIM-UEDORF. Ulrich Laurenz Vitr war sich an jenem Morgen vor einigen Tagen gar nicht bewusst, dass er eine Ordnungswidrigkeit begeht. Wie üblich hatte er sein Auto vor seinem Haus am Rheinuferweg in Uedorf geparkt, als ihn Nachbar Matthias Krines auf die neuen Schilder hinwies.

Zweimal "Absolutes Halteverbot" hat die Stadt auf der Seite des Wegs, an der die Wohnhäuser, stehen, aufgestellt. Die Anwohner verstehen die Welt nicht mehr und sind sauer.

Auf der Seite des Rheinuferweg zum Rhein hin herrscht bereits seit Sommer 2014 ein absolutes Halteverbot. Gutachten zufolge ist die Standsicherheit des Hangs am Bornheimer Rheinufer nicht gewährleistet (der GA berichtete). Deshalb muss unter anderem auf dem Rheinuferweg zwischen der Hausnummer 54 und der Einmündung zur Bornheimer Straße ein Abstand von drei Meter zur Hangkante eingehalten werden. Damit habe man sich arrangiert, sagen Vitr und Krines. Dass die weiteren Halteverbotsschilder aber in "einer Nacht-und-Nebel-Aktion" aufgestellt worden seien, gehe zu weit.

"Wir wurden nicht informiert und vor vollendete Tatsachen gestellt", kritisiert Vitr. Zwar könnten seine Frau und er die beiden Autos in der Einfahrt parken: "Aber was soll der Postbote tun, oder Besuch?" Zugleich denke er über die rechtliche Grundlage nach, da Teile der Straße Privatgrundstücke seien. "Die Schilder sollen weg", ergänzt Krines. Überrascht von der Aktion wurde auch Uedorfs Ortsvorsteher Bernd Marx: "Ich bin darüber nicht informiert worden, auch gab es kein straßenrechtliches Anhörungsverfahren." Per Mail habe er sich an die Stadtverwaltung gewandt. Daraufhin sei er nachträglich um Zustimmung zur Maßnahme gebeten worden. "Das lehne ich aber ab", sagt Marx.

Er fordert, die Schilder wieder zu entfernen. Wie Rainer Schumann von der städtischen Pressestelle sagt, seien die neuerlichen absoluten Halteverbote aufgrund der älteren Verbote notwendig. Wenn landseitig geparkt würde, müsse der Verkehr an der gefährdeten Hangkante entlangfahren. Daher dienten die neuen Regeln der "Gefahrenabwehr". Laut Schumann kann die Stadt aus Zeitgründen nicht über jede Anordnung vorab informieren. Allerdings werde nun geprüft, das absolute in ein eingeschränktes Halteverbot umzuwandeln.

Vitr und Krines halten davon wenig. Wenn schon, dann sollte landseitig ein absolutes Halteverbot gelten, dafür aber nicht an der Straßenseite zum Rhein hin. Das habe praktische Gründe für die Hangsicherheit, findet Vitr: "Die Hangkante wird durch fahrende Autos stärker erschüttert als durch parkende."