Naturschutzprojekt in Bornheim

Obstblütenwanderung mit Panorama

Vor der Wanderung durch die Obstblütenlandschaft zeigt Achim Baumgartner die Aussicht auf das Projektgebiet Botzdorf-Hennesenberg vom LSV-Turm.

Vor der Wanderung durch die Obstblütenlandschaft zeigt Achim Baumgartner die Aussicht auf das Projektgebiet Botzdorf-Hennesenberg vom LSV-Turm.

Bornheim-Botzdorf. Ein Idyll zum Greifen nah: Die Kreisgruppe des BUND lud zur Wanderung durch das Bornheimer Naturschutzprojekt Botzdorf-Hennesenberg ein - mit Panorama.

Das frühe Aufstehen am Sonntagmorgen hatte sich für die zwölf Naturliebhaber gelohnt, die der Einladung der BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) gefolgt waren und an der Wanderung durch die Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg teilnahmen. Bei einer Temperatur von kühlen acht Grad ließ sich ab und zu sogar die Sonne an dem klaren Himmel blicken, der eine weite Sicht in die Rheinebene möglich machte.

So startete die Wandergruppe unter Leitung von BUND-Kreisgruppensprecher Achim Baumgartner und Andreas Owald vom BUND in Bornheim auch erst einmal mit einer kurzen Besteigung des LSV-Turms am Botzdorfer Neuweg, um sich einen Überblick über die in 2008 begonnene Verbindung der heute geschützten Biotope in der Vorgebirgslandschaft zu verschaffen.

Inzwischen konnten die Naturschützer rund 40 der 120 Hektar umfassenden Fläche in ihren Besitz bringen. Der Wert des bunten und dichten Nebeneinanders von Obstwiesen, Kies- und Sandflächen, Teichen, trockenen Wiesen, Eichenhainen, Solitärbäumen und Brombeerdickichten kann somit für den Schutz und die Fortentwicklung vieler Tier- und Pflanzenarten erhalten bleiben. „Es ist supertoll“, sagt Baumgartner, „wie sich hier die verschiedenen Vereine für die Landschaft und die Natur einsetzen“.

Neben dem BUND, der vor allem auch die Fördergelder organisiert, zählt Baumgartner das Vogelschutzkomitee (VsK) als „großen Investor“, den Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) und auch den Heimat- und Eifelverein Bornheim sowie die Heimatfreunde Roisdorf auf, deren Mitglieder sich alle ehrenamtlich für Erhaltung und Entwicklung der Landschaft für die Naherholung einsetzen. Neben dem weiteren Ankauf von kleinteiligen Flächen, die dann wieder zu größeren Einheiten zusammengeführt werden könnten, wünscht sich Baumgartner für die Zukunft eine eigene Schafherde, die eine dauerhaft extensive Beweidung möglich machen kann, die Obstblütenlandschaft und Tierwelt zugutekomme.

Auf der knapp dreistündigen Wanderung konnten die Teilnehmer anschaulich verfolgen, wie behutsam die Neupflanzungen von etwa 150 Obstbäumen stattgefunden haben, die in unterschiedlichen Wachstumsstufen den Altbestand ergänzen. Gepflanzt wurden bisher Äpfel, Pfirsiche, Zwetschgen, etwa 20 Birnen- und 36 Kirschsorten. Dass die Vorgehensweise der Naturschützer in vielerlei Hinsicht richtig zu sein scheint, zeige sich in der Vielfalt von Vogelarten, die sich in ihrem Projektgebiet wieder eingefunden haben. Neuntöter, Steinkauz, Turteltaube, Uhu und Ziegenmelker sind wieder heimisch. Und kaum hat Baumgartner den Wunsch nach Ansiedlung von Wendehals und Wiedehopf ausgesprochen, berichtet eine Teilnehmerin zur Freude der Naturschützer, dass sie bereits in der Nähe einen Wiedehopf beobachten konnte.