Quarzsandgrube in Brenig

Naturschützer freuen sich über große Bienenkolonien

Eine Wildbiene sammelt Necktar.

Eine Wildbiene sammelt Necktar. FOTO: DPA

BORNHEIM-BRENIG. Richtig viel gesungen wird derzeit zwischen dem Heimatblick in Roisdorf und der Quarzsandgrube in Brenig, sagt Achim Baumgartner, Sprecher des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Rhein-Sieg-Kreis. Zahlreiche Vögel brüten derzeit in dem Naturschutzgebiet.

"Im Mai kann man deshalb als Naturschützer eigentlich zu Hause bleiben, da stört man nur", nimmt Baumgartner es mit Humor. Tatsächlich darf die Quarzsandgrube nicht betreten werden, da sie bedrohten Arten als Rückzugsgebiet dient. Wie Baumgartner sagt, ist der Gesang zum Beispiel von Goldammer, Schwarzkehlchen und verschiedenen Arten der Grasmücke aber auch bei Spaziergängen auf den Feld- und Waldwegen rund um das Naturschutzgebiet zu hören.

Die Pflege der Quarzsandgrube Brenig und der Sandgrube an der Roisdorfer Hufebahn dient aber nicht nur dem Schutz bedrohter Vogel- und Pflanzenarten. Auch Wildbienen haben die Naturschützer im Blick - wobei die Zeit, in der die Tiere sich sehen lassen, äußerst knapp ist: Nur wenige Wochen im Jahr schwirren die Frühlings-Seidenbienen (Colletes cunicularius) und die Weiden-Sandbienen (Andrena vaga) aus, und zwar dann, wenn die Weiden blühen.

Deren Pollen und Nektar sammeln die Bienen für ihre Larven, für die sie auf offene Sandflächen angewiesen sind. Jede Biene habe ihr eigenes Loch im Boden, erklärt Baumgartner. Eingehüllt in einen Kokon, kann die Larve sich dort von den Pollen ernähren. "Was die Honigbiene mit Wachs baut, baut die Seidenbiene mit Fäden aus ihrem Speichel", sagt der Naturschützer. Dieses Frühjahr habe es große Brutkolonien gegeben, Tausende Wildbienen seien in den Gruben geflogen. Ziel der Naturschützer ist es, dass die Kolonien von Jahr zu Jahr größer werden können - auch aus diesem Grund dürfen die offenen Sandflächen der beiden Gruben nicht betreten werden.

Denn die Larven der Bienen liegen dort von April bis zum nächsten März, also fast während des ganzen Jahres im Boden verborgen. Sie stellen die Gesamtpopulation dar, nachdem die Elterntiere im Frühjahr die Nester mit Nahrung gefüllt haben und dann gestorben sind. Werden diese Nester im Sand zertreten, sind die Arten schnell verschwunden.

Die Vorkommen der Frühlings-Seidenbienen sind laut BUND auch noch aus einem anderen Grund wertvoll: Sie ermöglichen auch der auf die Seidenbiene spezialisierten Kuckucksbiene (Sphecodes albilabris) ihr Dasein. Die Blutbiene schmuggelt ihre Eier in die fremden Bienennester und nutzt die Nahrungsvorräte der Wirtsbiene für ihren Nachwuchs. Der Schutz der Gruben ist ein Gemeinschaftsprojekt des Vogelschutz-Komitees und der BUND NRW Naturschutzstiftung.

Finanziell unterstützt wird es unter anderem von der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie der Hit Umwelt- und Naturschutzstiftung. Bei der Betreuung vor Ort wirken vor allem die lokalen Heimatvereine und der BUND Rhein-Sieg-Kreis zusammen. hes

Infos: www.quarzgrube-brenig.de