Plantage in Bornheim

Naturschützer entdecken Cannabis in der Quarzgrube

BORNHEIM-BRENIG. Es ist eine ungewöhnliche Entdeckung, die einige Mitglieder des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie des Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge gemacht haben: Mitten im Naturschutzgebiet Quarzgrube Brenig erwischten sie zwei junge Männer in einer kleinen Cannabis-Plantage mit einigen eingetopften Pflanzen.

Diese lag gut versteckt inklusive Gewächshaus und Regenrückhaltebecken in einem verbuschten Teil der Grube hinter einem Sichtschutz aus gefällten Bäumen. Auch Werkzeuge wie Sägen und Schubkarre und Leiter hätten bereit gelegen, erzählt ein BUND-Mitglied, das namentlich nicht genannt werden möchte.

Die Mitglieder der beiden Vereine waren vergangene Woche an der Quarzgrube unterwegs, um dort am Tor einen neuen Überwurf anzubringen. "Dabei ist uns ein Wagen aufgefallen, der zunächst an der Grube vorbeifuhr und später wieder zurückkam und in einem kurzen Feldweg wartete", sagt der Naturschützer.

Also machten sie kurze Zeit später einen Kontrollgang durch die Grube, die dem BUND gehört, und standen plötzlich vor den zwei jungen Männern und dem Gewächshaus. Sie hätten dann die beiden angesprochen und die Polizei verständigt. Die Männer hätten sich jedoch rausgeredet und wären dann verschwunden bevor die Polizei eintraf.

Die Beamten stellten die Pflanzen, die laut Sprecher Frank Piontek noch klein waren, sowie weiteres Beweismaterial sicher. Die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz laufen, das Rauschgiftkommissariat hat den Vorfall übernommen.

"Wir haben Hinweise auf zwei Tatverdächtige", sagt Piontek. Mehr könne er derzeit noch nicht sagen. Den Tätern droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. Der BUND behält sich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vor, denn die Quarzgrube ist als Naturschutzgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt.