Dichtkunst in Bornheim

Milena Zumbeck gewinnt beim Poetry Slam in Bornheim

Nachwuchsdichter beim Poetry Slam in der Stadtbücherei: Saskia trägt ihr Gedicht vor.

Nachwuchsdichter beim Poetry Slam in der Stadtbücherei: Saskia trägt ihr Gedicht vor.

Bornheim. In der Stadtbücherei Bornheim reüssiert die 19-Jährige mit ihrem Gedicht „Ende“, während die Musikerin Ela T. ohne Instrumentalbegleitung begeistert.

„Ende“, so lautete der Titel des zweiten Beitrags des Abends, vorgetragen von der 19-jährigen Milena Zumbeck von der Europaschule Bornheim. Es war ihr einziger Text, den sie beim vierten Poetry Slam in der Stadtbücherei Bornheim am Freitagabend vortrug. Inspiriert von „allem, was sie nervt“, schrieb sie über „Probleme, die wir verdrängen; Ziele, die wir nicht erkennen; Getrieben von der Gier nach Geld; angeturnt von 'nem Kontostand, der in die Höhe schnellt. Konsum.“ Aus dem zweiten Poetry Slam, an dem sie teilnimmt, als Siegerin hervor zu gehen, „kann ich gar nicht richtig glauben“, freute sie sich.

Mindestens genau so sehr freuten sich auch die knapp 30 Gäste über den sehr abwechslungsreichen Abend, der vom Kinder- und Jugendparlament der Stadt Bornheim zusammen mit der Leiterin der Stadtbücherei, Brigitte Nowak, gestaltet wurde. Die anderen Slam-Teilnehmer waren die Schülerinnen Lara Reichertz und Saskia Latz. Die 16-jährige Saskia vom Max-Ernst-Gymnasium in Brühl machte den zweiten Platz mit ihren von Paar-Problemen und Zusammengehörigkeitsgefühl handelnden Gedichten „Kommunikation“ und „Wir“.

Abgerundet wurde das Programm durch Paul Schwäbig und Alexander Pinsdorf von der Europaschule, die als rheinländische Rentner verkleidet mit Rollator und Gehstock ihr schauspielerisches Talent in mehreren lustigen Episoden unter Beweis stellten. Auch drei der vier Jury-Mitglieder kamen zu Wort: Ralf Buchinger vom Vorleser- und Wortspieler-Quartett „Die Wortlauten“ trug kurz vor der Jury-Entscheidung sechs Gedichte von sechs verschiedenen Autoren vor, darunter „Der Erlkönig“ von Goethe – dramatisch und bedrohlich rezitiert, zum Schmunzeln Christian Morgensterns „Werwolf“, „Das Phänomen“ von Hanns Dieter Hüsch, das viel Kopfnicken im Publikum erwirkte und „Wer Schmetterlinge lachen hört“ von Carlo Karges zum gleichnamigen Lied der Band „Novalis“.

Noch vor Beginn, und ein weiteres Mal in der zweiten Hälfte des Slams, las Hans Jürgen Sittig aus seinem Buch „Honigmuscheln“ makabre und humorvolle Gedichte über Mord und Würmer im Sturm. Nach der Siegerehrung präsentierte Sabine Trinkaus einen ihrer Texte. Zum Abschluss des Abends sang Ela T. a cappella voller Gefühl und entsprechend mit Applaus gelobt das „Hallelujah“ von Leonard Cohen.